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Klassische Musik und Oper von Classissima

Frédéric Chopin

Donnerstag 29. Juni 2017


Brilliant Classics Blog

12. Juni

Brilliant Classics: Neuheiten im Juli 2017

Brilliant Classics BlogKlassikvielfalt mit Entdeckergarantie Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Tonträger sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab dem 23. Juni 2017 im Handel erhältlich. Die Brilliant Classics-Neuheiten im Juli 2017 (VÖ. 23.6.) Frédéric Chopin: Complete Piano Sonatas Nos. 1–3 Wolfram Schmitt-Leonardy Epoche: Romantik | Klaviermusik Artikelnr. 95209 EAN: 5028421952093 → amazon.de | → jpc.de CD Frédéric Chopins drei Klaviersonaten belegen eindrucksvoll, dass der polnische Nationalkomponist auch mit der großen, klassischen Form der Sonate meisterlich umzugehen wusste und nicht nur in den Miniaturen (etwa den Nocturnes) brillierte. Der Münchener Pianist Wolfram Schmitt-Leonardy gehört zu den besten Chopin-Interpreten Deutschlands. Seine Aufnahme der Préludes op. 28 (BRC 95210) wurde für die „Verbindung von leidenschaftlichem Eifer und klassischer textueller Strenge“ (Classics Today) gelobt. Auch seine Deutungen der drei Klaviersonaten sind frei von Aufdringlichkeiten und Manierismen. ♦ Johann Joseph Fux: Complete Music for Harpsichord Filippo Emanuele Ravizza Epoche: Barock | Cembalomusik Artikelnr. 95189 EAN: 5028421951898 → amazon.de | → jpc.de 2-CD Auch wenn man das heute nicht mehr so wahrnimmt: Der Grazer Bauernsohn Johann Joseph Fux prägte als bedeutender Komponist seiner Epoche über 30 Jahre vom Wiener Hof aus die Entwicklung der europäischen Musik in nicht unerheblichem Maße. Seine Werke boten eine formvollendete Mischung aus reich verziertem französischen Stil und deutscher Kontrapunktik. Filippo Emanuele Ravizza widmet sich mit tänzerischer Eleganz und atemberaubender Virtuosität dem gesamten Cembalowerk Fux’: Zu hören sind die fünf Partiten, die 12 Menuette, das Capriccio in G-Dur, die Ciaccona in D-Dur und weitere Einzelsätze.

Crescendo

18. Juni

Anna Victoria Tyshayeva: Reflektiere dein Leben! - Anna Victoria Tyshayeva




ouverture

12. Juni

Claire Huangci - A Chopin Diary (Berlin Classics)

Werke von Frédéric Chopin waren für Claire Huangci stets besondere Begleiter auf ihrem künstlerischen Weg. Das Wunderkind wuchs mit ihnen auf, und schätzt sie noch immer. „Seine Musik ist so ehrlich, so direkt, und auch so freimütig, dass man sich ihr einfach nicht entziehen kann“, schreibt die Pianistin im Beiheft zu ihrer jüngsten Veröffentlichung: Auf zwei CD hat Claire Huangci die 21 Nocturnes des Komponisten eingespielt. Dieses Programm ergänzte sie um das Nocturne Oubliée in cis-Moll und um die Étude in cis-Moll op. 26 Nr. 7, die sie gemeinsam mit dem Cellisten Tristan Cornut vorträgt.  Die amerikanische Pianistin präsentiert sich als ausdrucksstarke Chopin-Interpretin. „Es verwundert mich immer wieder, dass eine scheinbar einfache Folge von Noten so eine Fülle von Emotionen auslösen kann“, schreibt die Musikerin. „Der Zauber ist für mich komplett, wenn ich merke, wieviele unterschiedliche Gefühle bei diversen Menschen ein Werk verursachen kann.“  In ihrem „Chopin-Diary“ deutet Claire Huangci an, wie sie selbst diese Klänge wahrnimmt. Dazu hat sie jedem Nocturne Chopins Gedichtzeilen seiner Zeitgenossen zugeordnet; leider kann man sie im Beiheft nur im französischen Original sowie in englischer Übersetzung nachlesen. Wer keine dieser beiden Sprachen versteht, der hat in diesem Falle das Nachsehen.  Und die Musik? Sie lässt mich an einen lauen Sommerabend denken, wo nach einer langen Dämmerung allmählich der Mond aufgeht. Man sitzt einsam am Steg, genießt die Wärme, die nächtliche Ruhe und die Einsamkeit. Die Wellen plaudern leise, und die Mücken stechen heute andernorts – kurz und gut: Es sind Klänge voll Poesie, technisch perfekt vorgetragen, mit berückender Phrasierung, wohldosierten Rubati und, ja, auch mit ein klein wenig Flitter. Claire Huangci ist hier ein großer Wurf gelungen. 

ouverture

30. Mai

Short Stories (Genuin)

Den sogenannten Encores widmete Mark Schumann seine Debüt-CD bei Genuin. Gemeinsam mit dem Pianisten Martin Klett hat der Cellist eine Auswahl jener kurzen Stücke eingespielt, die heute typischerweise als Zugaben nach einem Konzert erklingen.  Mit dieser Aufnahme zeigen die beiden Musiker, dass die kleinen Musikstücke deutlich mehr Potential haben: „In vielen kurzen Werken findet sich jedoch weit mehr, wenn man sich nur die Zeit nimmt, genauer hinzusehen, respektive zu hören. Manch schlicht Melodie entpuppt sich so in ihrer zwingenden Einfachheit als Brennglas, das den Blick für die Wahrheit und Schönheit des Seins schärft“, meint Mark Schumann. „In gleichem Maße erzählt auch manch virtuoser Cellospielertrick weit mehr, als es der Grad an sportlicher Betätigung auf dem Instrument vermuten lässt.“  Und so zeigen die beiden Musiker auf dieser CD, dass Ausdruck und Virtuosität durchaus kein Widerspruch sein müssen. Von Niccolò Paganini bis zu Carl Davidoff, von Joseph Haydn bis zu Gabriel Fauré und von Fritz Kreisler bis zu David Popper reicht das Programm, und vom elegischen Chopin-Nocturne bis zum rasanten spanischen Tanz.  Die Wahl des Titels ist keineswegs Zufall. Mark Schumann erzählt mit seinem Cellospiel in der Tat Kurzgeschichten. Dazu haben die beiden Musizierpartner jedes dieser kleinen Stücke mit großer Sorgfalt gearbeitet. So sind feinste Nuancen möglich. Nicht umsonst heißt es, das Violoncello sei das Instrument, das der menschlichen Stimme am nächsten komme. Entstanden ist ein Album für Genießer, mit schön geführten Linien, faszinierenden Klangfarben, sehr viel Abwechslung, und gelegentlich auch einem charmanten Augenzwinkern. Meine Empfehlung! 



Crescendo

29. Mai

Pianistischer Achttausender: Hochleistungsspiel beim Van-Cliburn-Klavierwettbewerb

Er gilt als einer der gewichtigsten und anspruchsvollsten Klavier-Wettbewerbe weltweit und wird in einem Atemzug mit dem Tschaikowsky- oder Chopin-Wettbewerb genannt. Alle vier Jahre findet der Van-Cliburn-Wettbewerb in Texas statt, ein pianistischer Achttausender, dessen Erklimmern zumeist eine erfolgreiche Karriere bevorsteht. Auch dieser Tage ist es wieder soweit und ringen im amerikanischen Forth Worth 30 auserwählte Kandidaten Runde um Runde um eine Auszeichnung, die Ruhm verspricht, Ehre und eine intensive weitere Begleitung durch versierte Manager und wachsame Mentoren. Dabei ist die „Van Cliburn International Piano Competition“ explizit kein Wettbewerb mit Meisterklassen-Atmosphäre, ausführlichen Beratungsgesprächen und gemeinschaftlichen Begegnungen der Teilnehmer. „Im Zentrum der Cliburn Competition steht die Karriereförderung“, sagt der aktuelle Präsident des Wettbewerbs, der Kanadier Jacques Marqis schlicht. Das heißt? „Bei uns wird all das verlangt, was wichtig ist, um auf dem Markt zu bestehen. Dazu brauchen die Teilnehmer ein gewaltiges Gepäck.“ Jenseits des rein pianistischen Vermögens, brillanter Technik, berührender Musikalität und schlüssiger Interpretationsgabe, benötigen Pianisten für den Aufstieg nach oben noch ganz andere Ressourcen. Sie müssen über ein enormes Repertoire verfügen und dieses jederzeit auf höchstem Niveau abrufbereit haben. Sie müssen in der Lage sein, sich an immer wieder neue Bühnen, Instrumente und Settings anzupassen. Ist all das gegeben, brauchen sie schlussendlich vor allem eines: Starke Nerven. Ist das nicht eigentlich unmenschlich, der ganze Druck, der Konkurrenzkampf, das ständige Messen? „That’s life“, sagt Jacques Marquis nur, zuckt mit den Schultern und lacht. Schließlich geht es beim Van Cliburn-Wettbewerb nicht um eine künstlich behütende Aura, sondern um die Vorbereitung auf eine Weltkarriere. Und für eine solche muss man gewappnet sein. Wenn dieser Tage der 15. Van Cliburn Klavier-Wettbewerb startet, haben Pianisten aus aller Welt die ersten Hürden im Rennen um den Sieg längst hinter sich gebracht. Schon zu Beginn des Jahres fanden an insgesamt sieben Orten sogenannte „Screening Auditions“ statt, in denen sich Musiker für die Teilnahme am Hauptwettbewerb qualifizieren konnten. Insgesamt 290 Pianisten im Alter von 18 bis 30 Jahren haben sich in diesem Jahr für die Auditions beworben, unter ihnen wurden 146 ausgewählt, die in 40-minütigen Recitals einen Eindruck von ihrem Können vermitteln konnten. Das Besondere – nicht nur in dieser Vorrunde, sondern auch in nahezu allen weiteren Runden: Die Musiker wählen ihr Programm eigenständig und ohne jegliche Vorgaben aus. „Das ist hochinteressant, wie die einzelnen Teilnehmer ihre Programm gestalten“, so Marquis. Man sehe hier bereits sehr viel und erlebe ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Ein Tag Anfang Januar an der Hochschule für Musik in Hannover. Auch hier finden ebenso wie in London, Budapest, Moskau, Seoul, New York und Fort Worth die Screening Auditions für die Van-Cliburn-Competition statt, auch hier herrscht eine gespannte Atmosphäre auf den Gängen, verziehen sich die Kandidaten mit konzentrierter Miene in die Übezimmer und dreht sich alles um jene vierzig Minuten, die jedem auf der kargen Bühne im Konzertsaal der Hochschule zur Verfügung stehen, um die Jury von sich zu überzeugen. Einer der Teilnehmer ist Mario Häring. Er kennt den Aufführungsort schon lange, schließlich ist er Student in Hannover. „Das Eigenartige an Wettbewerben ist, dass man spielt, um sich bewerten zu lassen“, sagt der junge Mann mit den feinen Gesichtszügen und den dunklen Haaren. Das sei ihm eigentlich zuwider und auch der ganze Wettbewerbsgedanke widerspreche ihm. Und doch hat er sich hier beworben – „um sich einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren, Publikum zu gewinnen und Erfahrung zu sammeln“. Und letztlich natürlich, um nach Texas eingeladen zu werden. „Der Van-Cliburn-Wettbewerb ist immer noch einer der größten und bekanntesten Wettbewerbe weltweit“, sagt Häring und dieses Re-nommee habe ihn dazu bewogen, hier teilzunehmen. Erstmals fand die Van-Cliburn-Competition im Jahr 1962 statt. Damals wurde sie zu Ehren des Pianisten Van Cliburn ins Leben gerufen, der 1958 den Tschaikowsky-Wettbewerb gewonnen hatte und danach zum wahren Superstar der Musikszene mutierte. Schon damals lautete das erklärte Ziel des Wettbewerbs: „Karrieren zu fördern und Musik zu verbreiten“. Daran hat sich laut Jacques Marquis bis heute nichts geändert. „Unsere Aufgabe ist es, die wirklich herausragenden, einzigartigen Musiker zu finden und sie gezielt zu fördern“, so Marquis. Ist ein erster Preisträger gefunden, so wird diesem in den folgenden drei Jahren nach Gewinn der Competition ein umfangreiches Förderprogramm zuteil. Über 300 organisierte Konzerte stehen auf dem Programm, außerdem wird der Gewinner in allen Bereichen unterstützt und begleitet, die für eine Karriere auf dem internationalen Markt von Bedeutung sind. „Wir helfen den Musikern bei allem, was sie brauchen, damit sie Erfolg haben. Wir kümmern uns um Promotion, um gute Fotos und eine attraktive Homepage, wir vermitteln den Künstlern Experten und musikalische Mentoren, helfen ihnen dabei, ihre Übezeiten zu organisieren und neues Repertoire zu erarbeiten“, sagt Marquis. Dabei seien er und seine Kollegen „freundliche Agenten“, wie Marquis sagt – Wegbegleiter für einen abgesteckten Zeitraum, die dem Preisträger ebenso wachsam wie erfahren und engagiert zur Seite stehen. Von den Screening Auditions zur Siegerehrung in Texas ist es ein langer Weg und je höher die Teilnehmer steigen, desto dünner wird die Luft im Olymp der Klavierwelt. Im Konzertsaal in Hannover betritt gerade Alina Bercu die Bühne, eine rumänische Pianistin, 26 Jahre jung, die dunklen Haare hat sie im Nacken zusammengebunden, die Augen konzentriert auf den Flügel gerichtet. Ein kurzes Nicken in Richtung Publikum, dann setzt sie sich ans Instrument, atmet tief durch, schließt die Augen und beginnt. Erst erweckt sie die Partita Nr. 4 in D-Dur von Bach zum Leben, transparent und mit funkelnder Brillanz durchleuchtet, voll Vitalität und sanglicher Melodik. Dann folgt das zweite Stück ihres Programms und Bercu betritt eine ganz andere Welt. Mit powernder Virtuosität durchdringt sie als agile Gestalterin den ersten Satz von Prokofjews Sonate Nr. 7 in B- Dur, lässt die Musik klanggewaltig triumphieren, bevor sie im zweiten Satz lyrisch schwebend innehält und anmutig tänzelt, nur um sich zum furiosen Finale noch einmal mehr zu steigern. Herrschte auf den Tribünen im Saal eben noch gebannte Stille, so brandet nun begeisterter Ap-plaus auf. Die Pianistin verbeugt sich lächelnd, kurze Pause, dann folgen die nächsten Kandidaten von der Liste. Geht das überhaupt? Eine musikalische Interpretation jenseits der technischen Kriterien abschließend zu beurteilen und zu vergleichen? Ist eine objektive Bewertung überhaupt möglich? Oder verbleibt nicht immer auch ein wesentlicher subjektiver Teil beim Einschätzen einer Leistung? Für Jacques Marquis ist die Antwort klar: „Eine objektive Entscheidung ist absolut möglich.“ Wichtig hierfür seien eine breit aufgestellte und kompetente Jury und ein möglichst vielseitiges Anforderungsspektrum, das die Teilnehmer mit verschiedensten Werken, Settings und Ansprüchen zeigt. Nur wer sich über einen langen Zeitraum und mit unterschiedlichstem und umfangreichem Repertoire stabil und überzeugend behauptet, der kommt auch weiter, so die Idee der Competition und Marquis ist überzeugt, dass am Ende auch der Richtige gewinnt. Ob dieser dann tatsächlich eine Weltkarriere vor sich hat und ob er diese nicht auch auf anderem Wege hätte starten können, sind Fragen, die auch der Van-Cliburn-Wettbewerb nicht abschließend beantworten kann. Oder in den Worten von Jacques Marquis: „Ein Wettbewerbserfolg ist sicher nicht der einzige Weg, um eine Karriere zu starten. Aber es ist ein ziemlich guter.“ Für die Pianistin Bercu hat sich der Weg nach Hannover gelohnt. Sie gehört zu den 30 Auserwählten, die ab dem 25. Mai nun in Texas um den Sieg ringen und – je nachdem, wie weit sie kommen – in insgesamt vier Runden mit solistischen Recitals, einem Kammermusik-Programm und im Zusammenspiel mit dem Orchester zu erleben sein werden. Am 10. Juni wird feststehen, wer die nächsten drei Jahre in den Genuss der intensiven Karriereförderung durch das van-Cliburn-Team kommt. Er wird die internationalen Bühnen erobern, Publikum in aller Welt betören und Schritt für Schritt seinen eigenen künstlerischen Weg beschreiten. Und dann? „Dann entlassen wir den Vogel aus dem Nest und konzentrieren uns auf den nächsten Wettbewerb“, sagt Jacques Marquis und lacht. Denn fliegen muss der Vogel am Ende alleine. Dorothea Walchshäusl

ouverture

16. Mai

Ivan Moravec - Twelfth night recital (Supraphon)

„Dieser junge Mann braucht meine Stunden nicht, er muss nur spielen“, soll Arturo Benedetti Michelangeli einst gesagt haben, nachdem er den jungen Ivan Moravec zu einem Meisterkurs eingeladen hatte. Wer den Prager Pianisten schätzt, oder ihn überhaupt noch nicht gehört hat, dem sei an dieser Stelle eine außer- gewöhnliche Aufnahme empfohlen. Es ist der Mitschnitt eines Konzertes, das Moravec 1987 im Prager Rudolfinum gegeben hatte.  28 Jahre lang lagen die Bänder unge- nutzt im Archiv von Supraphon. Irgendwann wunderte sich ein Mitarbeiter des Labels darüber, erfährt man aus dem Beiheft. Er prüfte die Aufnahme, und fand sie technisch einwand- frei, und künstlerisch rundum überzeugend. Glücklicherweise ist es ihm mit beharrlichem Einsatz gelungen, Professor Moravec dazu zu bewegen, die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Mitschnittes zu erteilen.  Wenige Tage, nachdem der Pianist zugestimmt hatte, ist er dann gestorben. So erschien die Aufnahme, die eigentlich als Geschenk zu seinem 85. Geburtstag vorgesehen war, letztendlich als musikalischer Nachruf auf einen Musiker, dem es um Wahrhaftigkeit ging, und nicht darum, ein Star zu sein.  Ivan Moravec war überaus selbstkritisch und sehr zurückhaltend bei der Freigabe von Aufnahmen und Konzertmitschnitten. Entsprechend schmal ist seine Diskographie. Das macht diese Doppel-CD umso wertvoller, zumal der Pianist selbst anmerkte, er habe manche der Werke nie besser aufgenommen, als sie an diesem 6. Januar 1987 zu hören waren – in einem ganz normalen Abonnementkonzert.  Auf dem Programm standen Musikstücke, die Konventionen in Frage stellten, unter anderem die Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903 von Johann Sebastian Bach, eine Klaviersonate von Wolfgang Amadeus Mozart, die Mondscheinsonate op. 27 von Ludwig van Beethoven – mit dem Untertitel „quasi una fantasia“, nicht nur formal seinerzeit ein kühnes Experiment – sowie Werke von Frédéric Chopin. Als Zugabe spielte Moravec zudem noch Clair de lune aus der Suite bergamasque von Claude Debussy.  Das Klavierspiel von Ivan Moravec ist ein Ereignis; er musiziert gänzlich uneitel, auf der Suche nach dem Kern eines jeden Werkes, und nach dem angemessenen Ausdruck, dabei überhaupt nicht interessiert an vorder- gründiger Virtuosität und Brillanz. Seine exzellente Technik war für den Pianisten ein Werkzeug, Mittel zum Zweck, und nichts, was er stolz der Welt präsentieren wollte. Was er mit dieser Haltung und mit beharrlicher Arbeit am Detail erreichte, das ist atemberaubend. In seiner Interpretation wird jede Passage zu purer Poesie; jede Tonleiter wirkt beseelt, und noch die banalste Wendung hat plötzlich ein Ziel. Ganz große Klavierkunst. 

Frédéric Chopin
(1810 – 1849)

Frédéric François Chopin (22. Februar oder 1. März 1810 - 17. Oktober 1849) war einer der einflussreichsten und populärsten Klavierkomponisten und Pianisten des 19. Jahrhunderts. Der Sohn eines Franzosen und einer Polin wuchs in Warschau auf, verbrachte sein Berufsleben größtenteils in Paris, und gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens.



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