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Klassische Musik und Oper von Classissima

Frédéric Chopin

Mittwoch 29. Juni 2016


Crescendo

27. Mai

„Die Übermutter“ - Zum 75. Geburtstag von Martha Argerich

CrescendoWenn sie das Podium betritt, knistert es. Immer noch. „La Martha“ ist da, die „Löwin am Klavier“! In Japan wird sie wie eine Göttin verehrt: Martha Argerich. Veranstalter aber fürchten sie. Den Spitznamen „Fräulein Nein!“ bekam sie von Anfang an, weil sie mehr Konzerte absagte, als dass sie welche gab. Sie habe „alles dafür getan, ihre Karriere zu ruinieren“, meint einer ihrer Agenten. Interviews mit ihr gleichen einem absurden Theaterstück. Sie hält sich nicht an Termine. Die Stunden vergehen. Und als man die Hoffnung bereits aufgegeben hat, erscheint sie plötzlich im Hotelfoyer, dunkel gekleidet, mit bleichen Zügen, vorzugweise nach Mitternacht. Wer jetzt nicht die Chance ergreift und sie anspricht, idealerweise auf Spanisch, der Sprache ihrer Kindheit in Argentinien, der hat verloren. Mir ist es sogar gelungen. Sie entschuldigt sich. Erwähnt ihre Angst vor Journalisten und deren bohrenden Fragen nach Details ihrer Interpretationen, ihres Repertoires oder nach Kollegen. Vielleicht glaubt sie, sich grundsätzlich bei der Presse intellektuell ins Zeug legen zu müssen? Man gibt zu: So schlau sei das nicht immer, was andere Kollegen sagen. Sie lacht. Das Eis scheint vorerst gebrochen. „Ahr-ge-reech“ buchstabiert sie ihren Namen, der auf kroatisch-katalanisch-jüdische Wurzeln weist, und erzählt, dass es sogar ein Dorf gibt, das Argeric heißt. Sie redet von ihrer Kindheit in Buenos Aires. Vom Vater, der sie für „ein Genie“ hielt und sich dennoch kaum um sie kümmerte. Und von Mutter Juanita, die es als ihre Lebensaufgabe betrachtete, sie zu fördern, deren „Martha, üben!“ sie immer noch im Ohr hat. Sie lächelt, wenn sie an Friedrich Gulda denkt, ihren ersten Lehrer in Wien, der sich nicht traute, Geld für den Unterricht zu verlangen, da er sie für das „größte Talent“ hielt. 1965 gewinnt sie den Chopin-Wettbewerb in Warschau. Es ist der Beginn einer spektakulären Karriere, mit vielen Aufs und Abs. In ihrer „autorisierten Biografie“ erfährt man von wilden Jahren in Genf, ihrer Musiker-WG mit „achtzehn Katzen“ und vielen, die dort ein- und ausgingen. Von New York und Los Angeles sowie von Brüssel, wo sie heute lebt. Eine schwere Krebserkrankung gehört in dieses rastlose Leben; zwei Ehen, drei Töchter und diverse Liaisons mit Kollegen, die mit ihrem hektischen Nachtleben nicht Schritt halten konnten und es irgendwann vorzogen, sie nur auf dem Podium zu verehren. Ihren Ruf als Femme fatale in der Presse, die ihr „einen Hauch von Juliette Greco“ attestierte, habe sie nie verstanden. „Ich war sehr kurzsichtig und musste die Augen zusammenkneifen, um die Leute zu erkennen. Das mag mir diesen merkwürdigen Blick verliehen haben.“ Noch mehr gibt der Film von Stéphanie Argerich, Marthas Tochter aus der Liebe zum Pianisten Stephen Kovacevich, über die Künstlerin preis. Sein Titel „Bloody Daughter“ ist Programm, ein Familiengeheimnis wird aufgedeckt, ohne dass sich Töchter und Mutter wirklich nahekommen. Dabei strahlt Martha Argerich mit ihrer weiblichen Figur etwas Mütterlich-Erdgebundenes aus. Sie liebt es, als „pianistische Übermutter“ eine „Musikfamilie“ um sich zu scharen, auch weil sie sich allein auf der Bühne „wie ein Insekt unter der Lampe“ fühle. Drei Festivals hat sie gegründet, in Lugano, Beppu (Japan) und Buenos Aires. Ihre Großzügigkeit kennt keine Grenzen, wie auch die Pianistin Sophie Pacini erleben durfte. „Ich war erst vierzehn. Ich wusste, ich spiele um mein Leben“, erinnert sie sich, als sie in einem Hotel in der Toskana Argerich erstmals vorspielen durfte. „Nach dem Vortrag kam sie schnellen Schrittes auf mich zu, umarmte mich, gab mir einen Kuss und sagte: ,Bravissima!‘“ Seitdem tritt Sophie Pacini nicht nur auf sämtlichen Bühnen auf, sondern ist mit ihr auch befreundet. Immer wenn Argerich zu Gast bei der Familie Pacini in München ist, erzählt sie, seien ihre Eltern „völlig nervös. Papa räumt tagelang herum und Mama versucht, ihre Spaghetti so gut wie möglich zu machen.“ 75 Jahre wird Martha Argerich nun alt. Ihre unglaubliche Vitalität, ihre „fliegenden Hände“ hat sie sich bewahrt, aber auch den Eigensinn. Mit virtuosem Furor fegt sie durch die Werke von Chopin, Liszt oder Prokofjew, nimmt sich jede Freiheit und schafft dabei Musik, die keinen Besitzer mehr zu kennen scheint. Argerich hört man, einen lebendigen Mythos. Mit Martha zu musizieren, sagt Mischa Maisky, der sie seit vierzig Jahren kennt, sei „jedes Mal so, als wäre es das erste Mal. Sie ist so voller Leben. Immer frisch und neu. Unerwartet, mit einem Wort: aufregend!“ Teresa Pieschacón Raphael Martha Argerich: The Legendary 1965 Recording (Werke von Chopin) Warner Classics (Warner) Martha Argerich: Early Recordings Deutsche Grammophon (Universal Music) Martha Argerich: The Complete Chopin Recordings on Dg Deutsche Grammophon (Universal Music) Martha & Friends Argerich: Argerich & Friends Live from Lugano 2015 Warner Classics (Warner)

Crescendo

27. Mai

Wechselseitige ­Widmungen - CD-Tipp: Nicholas Angelich - "Dedication"

Der Pianist Nicholas Angelich führt auf seinem neuen Album Werke zusammen, die trotz ihrer Unterschiedlichkeiten eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit haben. Wenn Komponisten einander Werke widmen, dann tun sie es aus Dankbarkeit, Bewunderung, aber auch aus einem ökonomischen Kalkül heraus. Wie das bei Liszt, Schumann und Chopin war, weiß man nicht. Ihr Verhältnis war ambivalent. Hier der weltmännische Chopin, pragmatisch und ordnungsliebend, dort der provinzielle Schumann, chaotisch und idealistisch. Dazu der schillernde Klaviervirtuose Liszt, der Großzügigste unter ihnen. Sein künstlerisches Bekenntnis, die h-Moll-Sonate, widmete er Schumann. Ein verschachteltes, beziehungsreiches Werk, das Angelich nicht auseinanderfallen lässt; den weiten Atem, die seelische Spannung aber vermisst man. Anders in Schumanns Kreisleriana, die dieser Chopin zueignete, obwohl der nur wenig mit dem zerklüfteten Zyklus anfangen konnte. Angelich aber bindet ihn in ein organisches Ganzes, fern von der gespreizten, überzüchteten Art, mit der viele Pianisten das Werk angehen. Abrundend zwei Etüden aus Chopins op. 10, die dieser Liszt widmete. Teresa Pieschacón Raphael Nicholas Angelich: Dedication Erato (Warner)




Brilliant Classics Blog

13. Mai

Brilliant Classics Neuheiten Mai 2016

Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. In diesem Artikel informiere ich kurz über alle kommenden Neuheiten.Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 29.04.21016 den Handel. ______________________________________________________________________________________________________ Various Composers: Romantic Piano Concertos Various Artists Epoche: Romantik | Klavierkonzerte Brilliant Classics Art.Nr. 95300 EAN: 5028421953007 40 CD Umfangreiche Sammlung romantischer Klavierkonzert-Raritäten Nicht die Sinfonie, die mit Mozart, Haydn und vor allem Beethoven ihren Höhepunkt erlebte, sondern das Klavierkonzert wurde zur liebsten Gattung der romantischen Komponisten im 19. Jahrhundert. Zum einen gab es in der Generation nach Beethoven einen gehörigen Respekt vor dem sinfonischen Kanon, den die Wiener Klassik vorgelegt hatte, zum anderen entwickelte sich parallel mit der steten Verbesserung des modernen Klaviers auch eine neue Virtuosenkultur am Konzertflügel. Durch Europa reisten Dutzende Pianisten, die um die Gunst des Publikums buhlten. Der Hunger nach virtuosen Musikern war ebenso groß wie der Bedarf an neuen, unverbrauchten Konzerten, die die Solisten ins rechte Licht rückten und die dem Gusto des Publikums zusagten. Während im Rückblick sich nur relativ wenig Namen und Konzerte im Repertoire halten konnten, war das tatsächliche Output viel größer. Die 40-CD-Box „Romantic Piano Concertos“ verschafft dem Musikfreund die Möglichkeit, sich einen ausführlichen Überblick über das durchgehend hohe Niveau der Klavierkonzerte der vermeintlich „kleinen Meister“ zu verschaffen. Dabei reichen die zusammengefassten Kompositionen von der Vorromantik mit Werken von Vogler, Viotti und Tomášek über die Frühromantik der Beethoven-Freunde und Schüler wie Clementi, Cramer und Czerny bis zur breit gefächerten Hoch-Zeit der Romantik. Konzerte von Berwald, Field, Hiller, Hummel, Moscheles, Pierné, Raff, Rubinstein, Saint-Saëns und Thalberg bilden den Schwerpunkt der Sammlung. Besonders interessant sind auch die Konzert-Raritäten von Arensky, Balakirev, Glazunov und Rubinstein. Neben einigen Raritäten auch bekannter Namen wie Chopin, Dvořák, Liszt, Mendelssohn, Schumann und Tschaikowsky enthält die Box auch Aufnahmen der von der Romantik beeinflussten Konzerte von Respighi, Gershwin und Barber. Insgesamt umspannt die Sammlung über 100 Werke aus rund 200 Jahren von mehr als 60 Komponisten. Den Grundstock für die Sammelbox bilden Archivaufnahmen des US-amerikanischen Vox-Labels. Dieses war in 1960er und 1970er Jahren dafür bekannt, Aufnahmen von Werken auch abseits des üblichen Katalogs zu veröffentlichen. Solisten wie Michael Ponti, Felicja Blumenthal, Eugene List, Marylène Dosse, Rudolf Firkušny und Roland Keller bürgen für höchste Qualität. Klangkörper wie das Berliner Sinfonie-Orchester, das Orchestra of Radio Luxembourg, die Philharmonia Hungarica, die Wiener Symphoniker unter der fachkundigen Leitung von Dirigenten wie Antal Doráti, Louis de Froment, Jörg Faerber, Herbert Kegel und Alberto Zedda sorgen für eine erstklassige Begleitung. Bei vielen der hier zusammengefassten Aufnahmen handelt es sich um konkurrenzlose Weltersteinspielungen, die teilweise jahrelang nicht mehr erhältlich waren. „Romantic Piano Concertos“ ist ein Muss für jeden Sammler, ein regelrechter Schatz für alle Raritätenjäger, ein zu entdeckender Fundus ungerechterweise vernachlässigter Werke, die nun endlich wieder erhältlich sind. ♦♦♦ Wolfgang Amadeus Mozart: Complete Violin Concertos Kristóf Baráti, Violine & Leitung Hungarian Chamber Orchestra Epoche: Klassik | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95368 EAN: 5028421953687 2 CD Kristóf Baráti legt Gesamteinspielung der Violinkonzerte Mozarts vor Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) komponierte 1775 in kurzer Folge vier seiner fünf Violinkonzerte; das erste war bereits 1773 während einer Italienreise entstanden. In ihrer Verspieltheit versprühen sie jugendlichen Charme und sind nach wie vor absolute Publikumsfavoriten. Kristóf Baráti hat sich in den letzten Jahren den Ruf eines der besten Violinisten seiner Generation erworben, der durch seine makellose Technik und zeitlos valide Interpretationen Kritiker und Publikum überzeugt. Dem Ungarn gelingt es bei seinem Mozart-Zyklus, sich den Werken mit demselben frischen, unvoreingenommenen Geist zu nähern, in dem sie einst entstanden. Neben den fünf Konzerten enthält das Album auch die einsätzigen Rondos in B-Dur und C-Dur und das Adagio in E-Dur für Violine und Orchester. Das Hungarian Chamber Orchestra, eines der besten Kammerensembles Ungarns, begleitet Baráti voller Esprit und tänzerischer Leichtigkeit. In der exzellenten Akustik des Kodály Centre im ungarischen Pécs sind mitreißende Liveaufnahmen entstanden, die sehr von Barátis ungebremster Spielfreude, dem eloquenten Klang seiner Lady-Harmsworth-Stradivari und vom gut harmonierenden Dialog mit dem Spitzenensemble profitieren. ♦♦♦ Johann Sebastian Bach: Complete Concertos Pieter-Jan Belder · Christine Schornsheim · Andrius Puskunigis Thomas Zehetmair · Musica Amphion · Amsterdam Bach Soloists Neues Bachisches Collegium Musicum · Netherlands Bach Ensemble Epoche: Barock | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95303 EAN: 5028421953038 9 CD Sämtliche Konzerte Bachs in sachkundigen Aufnahmen Obwohl die konzertanten Werke Johann Sebastian Bachs nur einen kleinen Teil seines Œuvres ausmachen, gehören sie zu seinen populärsten Kompositionen. Darüber hinaus gelten sie als bedeutende Beiträge der barocken Konzertliteratur aus Deutschland. Die 9-CD-Box fasst die sechs Brandenburgischen Konzerte, die Violinkonzerte und sämtliche Cembalokonzerte zusammen. Anerkannte Experten wie Pieter-Jan Belder, Christine Schornsheim und Thomas Zehetmair glänzen bei den Aufnahmen als Solisten. Zusätzlich enthält die Sammlung zwei CDs mit rekonstruierten Konzerten, die die Universalität der Klangsprache Bachs eindrucksvoll unter Beweis stellen. ♦♦♦ Guido Alberto Fano: Piano Sonata in E · Quattro Fantasie Pietro De Maria Epoche: Spätromantik | Klaviermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95353 EAN: 5028421953533 1 CD Spätromantische Klaviermusik des Strauss-Schülers Guido Alberto Fano Hierzulande mag der Name Guido Alberto Fano nur den wenigsten ein Begriff sein, in Italien gilt er als bedeutender Spätromantiker. Pietro De Maria, einer der besten italienischen Pianisten, der international mit seinen Bach-, Chopin- und Beethoven-Einspielungen (für Decca) für Aufsehen sorgen konnte, hat Fanos epische Klaviersonate in E-Dur aufgenommen. Mit rund 35 Minuten Spielzeit und einer komplexen Polyphonie und Chromatik gehört sie zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Sonaten Italiens des 20. Jahrhunderts. Im Kontrast dazu stehen die „Quattro Fantasie“, die wie eine warme, mediterrane Antwort auf Schumann und Brahms klingen. ♦♦♦ Hans Werner Henze: Complete Music for Guitar Andrea Dieci Epoche: 20. Jahrhundert | Gitarrenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95186 EAN: 5028421951867 1 CD Seltene Gitarrenwerke Henzes in einer spannenden Neuaufnahme Hans Werner Henze gehört zu den wichtigsten deutschen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Obwohl Bühnenkompositionen den Schwerpunkt seines eklektizistischen Œuvres bildeten, komponierte er immer wieder für die Gitarre, die er wegen ihrer vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten bei gleichzeitiger Schlichtheit und Wärme schätzte. Andrea Dieci, ein »ausgezeichneter Künstler mit einer beneidenswerten Technik« (so das italienische Seicorde-Magazin), hat die beiden Gitarrensonaten über Gestalten von Shakespeare der „Royal Winter Music“ (1975/1979) und die „Drei Tentos“ für Gitarre aus dem Zyklus „Kammermusik“ (1958) aufgenommen. ♦♦♦ Franz Schubert: String Quartet in G D 887 Movement for String Quartet in C minor D 103 Diogenes Quartet Epoche: Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 94467 EAN: 5028421944678 1 CD Letzter Teil der hochgelobten Aufnahmereihe der Streichquartette Schuberts Drei Jahre benötigte das Diogenes Quartett, um sämtliche Streichquartette Schuberts aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung des sechsten und letzten Teils der von der Presse gefeierten Gesamteinspielung beschließt es den Zyklus mit einem weiteren Höhepunkt: dem epischen G-Dur-Quartett D 887, Schuberts letztem Streichquartett. Außerdem enthält das Album das Fragment des frühen Quartettsatzes in c-Moll D 103, das der Musikwissenschaftler Christian Starke eigens für diese Produktion rekonstruiert hat. Die vier Münchener Musiker überzeugen erneut durch ein ruhiges, in sich gekehrtes Spiel und ein achtsames Miteinander im Ensemble. ♦♦♦ Georg Philipp Telemann: Complete Suites and Concertos for Recorder Ensemble Cordevento Erik Bosgraaf, Blockflöte & musikalische Leitung Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95248 EAN: 5028421952482 1 CD Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe des „Blockflöten-Wunders“ Erik Bosgraaf Georg Philipp Telemann brachte sich als Kind das Spiel der Blockflöte selbst bei und hegte zeitlebens eine besondere Präferenz für das Instrument. Für sie schuf er sogar eine neue Hybridform, die „Suite auf Concertenart“, die Virtuosität mit barocken Tänzen verbindet. Erik Bosgraaf, einer der besten Blockflötisten der Welt, hat als Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe die beiden Suiten in a-Moll und Es-Dur mit seinem Ensemble Cordevento aufgenommen. Ergänzt werden sie durch die beiden Altblockflöten-Konzerte in C-Dur und F-Dur. Es sind seltene (und selten aufgenommene) Beispiele der Konzertgattung, die der sonst so emsige Magdeburger scheute. ♦♦♦ Louis Vierne: Spleens et Détresses op. 38 · Piano Quintet op. 42 Mūza Rubackytė, Klavier Anaïk Morel, Mezzosopran Terpsycordes Quartet Epoche: Spätromantik | Kammermusik · Lieder Brilliant Classics Art.Nr. 95367 EAN: 5028421953670 1 CD Kammermusik und Lieder der französischen Spätromantik von Louis Vierne Mūza Rubackytė hat sich zuletzt als sensible Interpretin der spätromantischen Klaviermusik Louis Viernes nachdrücklich empfohlen. Nun widmet sich die litauisch-französische Pianistin seiner Kammer- und Vokalmusik. Gemeinsam mit dem exzellenten Terpsycordes Quartet aus Genf hat sie Viernes Klavierquintett aufgenommen. Vierne komponierte das hochemotionale Werk 1917, kurz nach dem Tod seines 17-jährigen Sohnes im 1. Weltkrieg. Einige Monate zuvor entstand der düster-melancholische Liederzyklus „Spleens et Détresses“ nach Texten von Paul Verlaine. Die französische Mezzosopranistin Anaïk Morel glänzt hier als sensible Kammersängerin. ♦♦♦ Carl Czerny · Giovanni Battista Viotti: Piano Concertos David Boldrini, Klavier Rami Musicali Orchestra, Massimo Belli Epoche: Frühromantik | konzertante Musik Brilliant Classics Art.Nr. 94899 EAN: 5028421948997 2 CD Rare Klavierkonzerte von zwei vergessenen frühen Protagonisten des 19. Jahrhunderts Der Meisterpianist Carl Czerny und der Violinvirtuose Giovanni Battista Viotti waren an der Nahtstelle zwischen Klassik und Romantik auch als Komponisten erfolgreich. Ihre Konzerte ebneten der Frühromantik den Weg. Der italienische Pianist David Boldrini hat für das vorliegende Doppelalbum jeweils zwei Konzerte Czernys und Viottis aufgenommen, die ihre Originalität und ihr Können unter Beweis stellen. Elena Pinciaroli (Klavier) und Augusto Vismara (Violine) als Duettpartner und das toskanische Orchester Rami Musicali unter der Leitung von Massimo Belli begleiten Boldrini bei seiner Wiederentdeckung der beiden zu Unrecht vergessenen Meister. ♦♦♦ Various Composers: Complete Organ Music: Erich, Saxer and Druckenmüller Manuel Tomadin Epoche: Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95284 EAN: 5028421952840 1 CD Drei kleine Meister der norddeutschen Orgelschule und ihre Sonderwege Georg Wilhelm Saxer, Daniel Erich und Wolfgang Druckenmüller lebten und arbeiteten als Organisten zu Buxtehudes bzw. Bachs Zeiten in Lübeck, Güstrow sowie in Jork bzw. Verden. Ihre erhaltenen Orgelwerke beschreiten interessante Sonderwege innerhalb der norddeutschen Orgelschule. Speziell Druckenmüllers Concerti für Solo-Orgel stehen im deutlichen Kontrast zur damals üblichen Choralform Bachs. Alle drei Komponisten pflegten einen regen Austausch zum Orgelbauer Arp Schnitger. Raritäten-Fachmann Manuel Tomadin hat darum das Werk der drei kleinen Meister an der restaurierten Schnitger-Orgel der St. Michael-Kirche in Zwolle eingespielt. ♦♦♦ Various Composers: Flauto d’amore Ginevra Petrucci, Flauto d’amore Paola Pisa, Klavier Epoche: Klassik · Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95289 EAN: 5028421952895 1 CD Der warme Klang der Flauto d’amore wiederentdeckt Der große barocke Flötenmeister Johann Joachim Quantz schätzte den warmen, vollen Klang der Flauto d’amore, doch mit Aufkommen der Klassik geriet sie zunehmend in Vergessenheit. Die italienische Meister-Flötistin Ginevra Petrucci legt nun ein starkes Plädoyer für ein Comeback der Liebesflöte vor: Auf „Flauto d’amore“ spielt sie Bearbeitungen bekannter und unbekannter klassischer und romantischer Miniaturen von Martini, Beethoven, Schubert, Tschaikowsky, Saint-Saëns, Elgar, Gershwin, Poulenc und anderen. Petrucci wird von der Pianistin Paola Pisa unterstützt, die sich einen Namen als einfühlsame und versierte Begleiterin gemacht hat. ♦♦♦ Various Composers: The Organ at European Courts Consort music by Antico · Aston · Attaignant · Cabezon · Gabrieli Hofhaimer · Pasquini · Scheidemann · Scheidt Francesco Cera, Orgel Epoche: Renaissance · Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95240 EAN: 5028421952406 1 CD Weltliche Orgelmusik an den europäischen Höfen der Renaissance und des Barocks Auch wenn wir heute die Orgel nahezu ausschließlich mit Kirchenmusik in Verbindung bringen, so war sie dennoch in der Renaissance und im Barock ein beliebtes Instrument an den europäischen Höfen. Der Italiener Francesco Cera, von der Kritik immer wieder für seine Grundlagenforschung abseits der bekannten Pfade gelobt, hat auf „The Organ at European Courts“ weltliche Orgelmusik des 16. und 17. Jahrhunderts aus fünf Ländern von Aston, de Cabezon, Du Mont, Frescobaldi, Scheidt u. a. aufgenommen. Als Instrument wählte er ein Orgelpositiv von 1772, das in seiner kompakten neapolitanischen Bauart vielen Hausorgeln des europäischen Adels ähnelt. ♦♦♦ Various Composers: Towards „Verklärte Nacht“ Schoenberg · Bach · Brahms · Zemlinsky · Berg Gabriella Sborgi, Mezzosopran Sextet of the Orchestra da Camera di Mantova, Alessandro Maria Carnelli Epoche: Barock · Romantik · Spätromanik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95288 EAN: 5028421952888 1 CD Schönbergs Weg zu „Verklärte Nacht“ und die Nachwirkungen auf seine Schüler Alessandro Maria Carnelli zeichnet auf dem Album Arnold Schönbergs Weg zu seinem spätromantischen Meilenstein „Verklärte Nacht“ nach. Es enthält Bachs „Ricercar a 6“ aus dem „Musikalischen Opfer“ sowie Kompositionen seines Freundes Zemlinsky und seines Idols Brahms. Darüber hinaus enthält es Alban Bergs „Die Nachtigall“, einige Fragmente und selbstverständlich Schönbergs Meisterwerk selbst. Carnelli rekonstruierte hierfür die verworfene Überleitung zwischen den beiden Teilen. Es musizieren Spitzenmusiker des Orchestra da Camera di Mantova; die Mezzosopranistin Gabriella Sborgi glänzt bei den Liedern Brahms‘, Bergs und Zemlinskys. ♦♦♦

Crescendo

6. April

Beethoven besiegt Mozart - Der Menschenerzieher Beethoven beliebter als Menschenversteher Mozart

Zum ersten Mal siegt der Menschenerzieher Beethoven im Klassik-Ranking über den Menschenversteher Mozart. Unser Kolumnist wundert sich. Von Axel Brüggemann Über Rankings lässt sich prächtig streiten! Eine der wichtigsten Klassik-Listen bringt der britische Sender Classic FM heraus: Rund 200.000 Menschen wählen hier jedes Jahr ihre „Hall of Fame Charts“. Am Ende stehen 300 Werke auf der ewigen Bestenliste. Den deutschen Klassik-Fan mögen die Ergebnisse erstaunen. Aber sie sind ein trefflicher Anlass, um ein bisschen zu philosophieren: Über die Internationalität der Musik, über die Soundtracks in Hollywood und über das Duell der Komponisten-Giganten Beethoven und Mozart. Also los! In der Classic FM-Liste wird schnell deutlich, dass die Musik, die sich so gern als international und weltumspannend gibt, durchaus lokale Unterschiede aufweist. Wie sonst ist zu erklären, dass die meisten Briten ausgerechnet Ralph Vaughan Williams Werk „The Lark Ascending“ auf den ersten Platz wählten – und das schon im dritten Jahr hintereinander. Eine Wahl, die zeigt, dass der Geschmack in der Klassik durchaus etwas mit geografischen Vorlieben zu tun hat. Seit ich für „arte“ arbeite, weiß ich, wie unterschiedlich nicht nur der Geschmack über die Präsentationsformen von Musik in Frankreich und Deutschland ist, sondern dass sich auch das Kern-Repertoire der Länder grundsätzlich voneinander unterscheidet: Mehr Rameau, Chopin und Dutilleux dort, mehr Mahler, Strauss und Rihm hier. Logisch, dass auf russischen Bestenlisten auch mehr Tschaikowsky und Rachmaninov stehen. Klassik ist eben auch irgendwie patriotisch. Oder: Gewöhnungs- und Erziehungssache. Aber noch etwas erstaunt: die Popularität der Klassik in England wird viel massiver von der Unterhaltungskultur geprägt als anderenorts. Dass einer der großen Gewinner in diesem Jahr Beethovens 7. Sinfonie ist, liegt auch daran, dass sie den Soundtrack für „The King’s Speech“ abgegeben hat. Logisch, dass die Briten auch Filmkomponisten wie John Williams in die Top-300 neben Bach, Beethoven und Mozart wählen. In Deutschland behauptet die Klassik gern, unabhängig von anderen Künsten zu sein. Und besonders dem Kino gegenüber zeigen sich viele Künstler eher skeptisch. In Großbritannien wird es längst als einer der großen Werbe-Plattformen für Beethoven und Co verstanden. Das eigentlich Spannende der 2016er „Hall of Fame“ ist die grundlegende Neuverteilung der 300 Top-Plätze. Zum ersten Mal wird der bislang unangefochtene Megastar der Musik, Wolfgang Amadeus Mozart, als Komponist mit den meisten Stücken unter den Top 300 verdrängt und von Ludwig van Beethoven abgelöst. Der Komponist aus Salzburg ist mit 16 Kompositionen vertreten, der Meister aus Bonn erstmals mit 19. Das verwundert auch deshalb, weil allein Mozarts Werkkanon wesentlich größer ist: All seine Opern von „Zauberflöte“ über „Giovanni“,„Figaro“ und „Cosi“, dazu das Requiem, all die Sinfonien, die großartigen Werke für Kammermusik und, und, und. Beethoven tritt dagegen nur mit neun Sinfonien, einer Oper, fünf Klavierkonzerten, einigen Quartetten und Kirchenwerken an. Und dennoch: Der kleinere opus-Katalog aus Bonn hat das Köchelverzeichnis zum ersten Mal geschlagen. Das wirft so manch Frage auf. Wo bleibt Johann Sebastian Bach? – Ist er nicht der Größte aller Größten? Ist er nicht der Urvater von allem, der Gott unter den Göttern, die Musik aller Musik? Okay, vielleicht sind seine Werke nicht so populär und eingängig wie die von Mozart und Beethoven und vielleicht kommen sie vielen Classic FM-Hörern auch nicht mehr wirklich zeitgemäß vor. Aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Bach seltener als Filmsoundtrack benutzt wird und seltener in einem weichgespülten Radio wie Classic FM auf der Sendeliste steht. Wie auch immer, mein Plädoyer: Nächstes Jahr einfach mal mehr „Musik wagen“ und Bach wählen! Grundsätzlicher ist die Frage, was es über unsere Zeit aussagt, dass wir zum ersten Mal Beethoven besser finden als Mozart. In diesem Zusammenhang ist spannend, zu fragen, wofür die Komponisten eigentlich stehen. Mozart ist ein Menschenversteher: Egal, wie böse seine Helden sind, irgendwie liebt er sie alle. Mozart mag uns samt unserer Fehler und Schwächen, Politik findet bei ihm immer nur im Mikrokosmos der Zwischenmenschlichkeit statt. Ganz anders Beethoven, dieser einmalige Menschenerzieher. Er ist ein Behauptungsmusiker und ein Revolutionär. Seine Sinfonien sind länger als alles, was zuvor gehört wurde, seine Quartette disharmonischer als es die Regeln seiner Zeit erlaubten. Und dazu immer wieder der Anspruch des Musikers als konkreter Politiker: „Fidelio“ und 9. Sinfonie als schreiende Feiermusiken der Menschlichkeit, die „Dritte“ als Fest des kämpfenden Helden, die „Fünfte“ als unausweichbares Schicksal. Es scheint, als könne unsere Zeit mit Mozarts menschlichen Zwischentönen inzwischen weniger anfangen als mit dem politischen Poltern Beethovens. Fortissimo und Sforzandi scheinen besser in die Zeit unserer Extreme zu passen, in eine Gegenwart, die auf Konfrontation statt auf die Lust am Miteinander ausgerichtet ist. Beethoven ist der kämpferischere der beiden Komponisten, der vermeintlich provokantere, der lautere. Mozarts Sinn für das milde Lächeln, selbst im Angesicht des Todes, scheint derzeit dagegen leider ein bisschen außerhalb unserer Moden zu liegen. Bleibt die Frage nach dem Musikalischen. Tatsächlich ist es so, dass sich nicht nur die Wähler, die bei Classic FM mitgemacht haben, derzeit lieber an Beethoven abarbeiten, sondern auch die Musiker selber. Beethoven ist so etwas wie der Maßstab des eigenen Könnens geworden. Vielleicht ist es Zufall, dass Mozarts Verdrängung von Platz eins in jene Zeit fällt, in der Nikolaus Harnoncourt von uns gegangen ist. Er war es, der in den letzten Jahrzehnten einen vollkommen neuen Mozart erfunden hat, einen Mozart, den heute vielleicht höchstens noch René Jacobs und Theodor Currentzis verteidigen. Einen Mozart der emotionalen Extreme, einen Mozart, dessen große Welt in den Innenwelten seiner Charaktere stattfindet. Aber es war eben auch Harnoncourt, der mit seinem Concentus Musicus in Sachen Beethoven vorgelegt hat (wohl auch, um sich endlich an Karajan abzuarbeiten). Beethovens Sinfonien und Klavierkonzerte scheinen gerade heute wieder so etwas wie eine Messlatte im internationalen Klassik-Geschäft zu sein: Paavo Järvis Ruhm und der seiner Kammerphilharmonie Bremen basieren auf ihrer Beethoven-Interpretation, Christian Thielemann hat die neun Sinfonien kürzlich mit den Wiener Philharmonikern aufgenommen und damit einen Kontrast zu Simon Rattles Wiener Aufnahe gesetzt. Der wiederum hat die Sinfonien nun noch einmal gemeinsam mit seinen Berlinern als Labor-Arbeit verstanden und aufgenommen. An Beethoven messen sich seit jeher die großen Pianisten (Rudolf Buchbinder seit Jahren, nun nimmt ihn auch Igor Levit als Gratmesser). Ganz zu schweigen davon, dass seine Quartette für jedes Kammermusikensemble ein non plus ultra darstellen. Irgendwie ist es heute tatsächlich seine Musik, an der man die Gegenwärtigkeit eines Klangkörpers, eines Dirigenten, eines Solisten oder eines Kammermusikensembles ablesen kann. Kein anderer Komponist scheint so ideal als Maßstab zu dienen wie Beethoven. Er ist – anders als Mozart und besonders Bach – wohl am besten für jede Art von Kompetition und Wettbewerb geeignet und verleitet zur Leistungsschau der eigenen Interpretation. Vielleicht sind all diese Gedanken Grund genug für Rankings wie jenes von Classic FM. Sie zeigen uns vor allen Dingen unseren Blick auf die Musik, erklären, was für Komponisten uns in unserer Gegenwart besonders wichtig sind und durch welche ganz weltlichen Zusammenhänge es uns zu dieser oder zu jener Musik zieht. Für das kommende Jahr drücke ich persönlich dann wider Mozart die Daumen, weil ich persönlich lieber in seiner Welt des Seinlassens leben würde als in der belehrenden Welt Beethovens. Aber das ist Geschmackssache. Und hier noch die Top-20 der Classic FM-Liste. 1 Vaughan Williams The Lark Ascending 2 RachmaninovPiano Concerto No.2 3 Vaughan Williams Fantasia on a Theme by Thomas Tallis 4 ElgarEnigma Variations 5 BeethovenPiano Concerto No.5 (‘Emperor’) 6 Allegri Miserere 7 Mozart Clarinet Concerto 8 Beethoven Symphony No.6 (‘Pastoral’) 9 BeethovenSymphony No.9 (‘Choral’) 10 ElgarCello Concerto 11 BruchViolin Concerto No.1 12 BarberAdagio for Strings 13 Tchaikovsky 1812 Overture 14 HolstThe Planets1 15 Jenkins The Armed Man: A Mass for Peace 16 Pachelbel Canon in D major 17 Uematsu Final Fantasy 18 Dvorak Symphony No.9 (‘From the New World’) 19 BeethovenSymphony No.7 20 BachBrandenburg Concertos



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10. März

Brilliant Classics Neuheiten März 2016

Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. In diesem Artikel informiere ich kurz über alle kommenden Neuheiten. Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 11.03.2016 in den Handel. ——————————————————————————————————————————————————————— French Harpsichord Music | Französische Cembalo Musik Chambonnières ∙ d’Anglebert ∙ Le Roux ∙ Clérambault ∙ Marchand · Couperin ∙ Forqueray ∙ Rameau ∙ Royer ∙ Duphly Pieter-Jan Belder · Michael Borgstede · Yago Mahúgo · Franz Silvestri · Francesco Cera, Epoche: Barock | Cembalomusik Brilliant Classics Art.Nr. 95250 EAN: 5028421952505 29 CDs Die Geschichte der französischen Cembalomusik in einer umfangreichen, chronologischen Sammlung Richtungsweisende Neuaufnahmen französischer Cembalomusik des 17. und 18. Jahrhunderts bildeten einen der Schwerpunkte im Brilliant-Classics-Programm der letzten Jahre. Die Einzelveröffentlichungen, darunter zahlreiche Weltersteinspielungen, wurden von der Fachpresse begeistert aufgenommen. Sie werden nun zu der quasi enzyklopädischen Sammlung „French Harpsichord Music“ zusammengefasst. Mit insgesamt 29 CDs ist es die bis dato umfangreichste Kollektion dieser Art. Das Herausbilden eines eigenständigen französischen Stils in der Kunst – und damit auch der französischen Cembalomusik – ist eng mit der absolutistischen Monarchie verbunden. Zum einen entsprach eine dezidiert eigene Musiktradition dem kulturellen Selbstverständnis der stolzen Nation, zum anderen war sie Ausdruck der auf die Spitze getriebenen höfischen Ästhetik. Die Musik, selbst ein wichtiger Bestandteil in der Ausbildung der jungen Aristokraten, drückte die idealisierte Eigenwahrnehmung der französischen Herrscher aus: beeindruckende Pracht und festliche Anmut, verspielte Eleganz und tänzerische Leichtigkeit. Es ist gewiss kein Zufall, dass das Aufkommen der französischen Musiktradition mit der Regentschaft Ludwig XIII. zusammenfällt, dem man selbst kompositorisches Talent nachsagt. Der Vater der französischen Cembalomusik, Jacques Champion de Chambonnières, gehörte als Cembalist der ‚Chambre du roi‘ (und als Tänzer!) dem innersten Zirkel des Regenten an. Seine Kompositionen gehören zu den frühesten Werken, die auf „French Harpsichord Music“ zu hören sind. Darüber hinaus enthält die Box das Gesamtwerk für Cembalo von Jean-Henri d’Anglebert, Kompositionen von Gaspard Le Roux, die schmalen Œuvres von Louis-Nicolas Clérambault und Louis Marchand, die vier vollständigen (und international bedeutenden) Bücher der „Pièces de clavecin“ von François Couperin, einen Querschnitt aus den Werken von Vater und Sohn Antoine und Jean-Baptiste Forqueray sowie das Gesamtwerk für Cembalo von Jean-Philippe Rameau und Joseph-Nicolas-Pancrace Royer. Mit den vier „Livre de pièces de clavecin“ von Jacques Duphly umspannt die Box damit rund 120 Jahre der französischen Cembalomusik. Sie spiegelt gewissermaßen das „Grand siècle“ musikalisch wider: vom Aufstieg über die Blütezeit bis zum Niedergang des Absolutismus in Frankreich. Mit dem Sturm auf die Bastille und der folgenden Revolution änderte sich der Musikgeschmack in Frankreich radikal. Bei den zwischen 2005 und 2015 entstandenen Aufnahmen sind einige der derzeit besten Cembalisten der Welt wie Pieter-Jan Belder, Francesco Cera und Michael Borgstede zu hören, außerdem hoch talentierte Nachwuchsleute wie Yago Mahúgo und Franz Silvestri. Das Booklet enthält neu verfasste Anmerkungen zu den chronologisch zusammengestellten Werken. ♦ ♦ ♦ ♦ Tomaso Albinoni: Trio Sonatas Op. 1 L’Arte dell’Arco, Federico Guglielmo Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 94789 EAN: 5028421947891 2 CDs Erster Teil der Gesamteinspielung der Instrumentalmusik Albinonis Federico Guglielmo, gerade von der Presse für seine Gesamtaufnahme der zwölf Opera Vivaldis hochgelobt, beginnt mit seinem Ensemble L’Arte dell’Arco ein neues langfristiges Projekt: die Einspielung der vollständigen Instrumentalmusik des Venezianers Tomaso Albinoni. Seine zwölf Triosonaten op. 1 bilden den Auftakt der vielversprechenden Reihe. Anders als die Musik seines Zeitgenossen Vivaldi, zeichnet sich Albinonis kontrapunktisch geprägte Musik nicht durch technisch virtuose Soloparts, sondern durch fein ausgearbeitete Melodieverläufe, formale Strenge und einen Rückgriff auf die Formen Corellis aus. ♦ ♦ ♦ ♦ Frédéric Chopin: Complete Mazurkas Rem Urasin, Klavier Epoche: Romantik | Klaviermusik Brilliant Classics Art. Nr. 95215 EAN: 5028421952154 2 CDs Rem Urasins einfühlsame Gesamteinspielung der Mazurken Chopins Die Mazurka ist ursprünglich ein polnischer Volkstanz im Dreivierteltakt, Frédéric Chopin popularisierte sie als eigene Gattung. Seine Mazurken waren allerdings nicht mehr zum Tanzen geeignet, vielmehr waren sie ein Bekenntnis seines polnischen Patriotismus. Der russische Pianist Rem Urasin, Gewinner des Moskauer Chopin-Wettbewerbs 1992 und mehrfacher Preisträger bei weiteren bedeutenden Wettbewerben weltweit, hat sämtliche Mazurken Chopins aufgenommen. Urasin, seit Beginn seiner Karriere aufs Engste mit Chopin verbunden, ist ein erfahrener und einfühlsamer Interpret der Musik des polnischen Nationalkomponisten. ♦ ♦ ♦ ♦ Tommaso Giordani: 6 Sonatas Op. 4 Lina Uinskyte, Violine Marco Ruggeri, Cembalo, Fortepiano, Orgel Epoche: galanter Stil | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95149 EAN: 5028421951492 Galanter Stil aus England – vom Neapolitaner Tommaso Giordani Der Neapolitaner Tommaso Giordani siedelte als junger Mann nach London über, wo er fortan als Sänger, Musiklehrer und als Komponist wirkte. Neben über 20 Opern hinterließ er auch ein umfangreiches Kammerwerk, das mit seinem galanten Stil in der Londoner Tradition Johann Christian Bachs steht. Giordanis sechs Sonaten op. 4 sind zweisätzige Kleinode für Violine und Cembalo-, Fortepiano- oder Orgelbegleitung. Die litauische Violinistin Lina Uinskyte und der italienische Pianist Marco Ruggeri haben sich als gut aufeinander eingespieltes Duo einen exzellenten Ruf in der italienischen Kammermusikszene erworben. ♦ ♦ ♦ ♦ Claudio Merulo: Motets Modus Ensemble, Mauro Marchetti Epoche: Spätrenaissance | geistliche Musik Brilliant Classics Art.Nr. 95243 EAN: 5028421952437 Zwanzig innovative Motetten von Claudio Merulo Als erster Organist am Markusdom von Venedig war nicht nur ein wichtiger Pionier der Orgelmusik, er hinterließ auch ein umfangreiches geistliches Werk. Das italienische Modus Ensemble, bereits im Jahr seiner Gründung 2012 Preisträger beim prestigeträchtigen „Concorso Corale Nazionale“ im italienischen Fermo, hat unter der Leitung des erfahrenen Dirigenten Mauro Marchetti 20 Motetten Merulos aufgenommen. Den Alte-Musik-Experten gelingt es, die Innovationskraft der kurzen Kompositionen, die zwischen Kontrapunkt, antiphonalen Passagen und konzertanten Refrains changieren, lebhaft und klangschön darzustellen. ♦ ♦ ♦ ♦ Michael Nyman: Complete Piano Music Jeroen van Veen Epoche: Minimal Music | Klaviermusik Brilliant Classics Art. Nr. 95112 EAN: 5028421951126 2 CDs Nymans Klaviermusik in einer kompetenten Gesamteinspielung Die populären Filmmusiken des Briten Michael Nyman gelten als Meilensteine der Gattung. Der niederländische Minimal-Music-Experte Jeroen van Veen hat Nymans vollständige Klaviermusik aufgenommen. Diese umfasst sowohl Originalkompositionen als auch Transkriptionen für Klavier, die Nyman selbst anfertigte. Darunter befinden sich Stücke aus den Soundtracks zu „Das Piano“, „Wonderland“, „Anne no Nikki“ und zahlreichen anderen Filmen. Van Veen spielt Nymans Klavierminiaturen mit viel Einfühlungsvermögen und makelloser Technik. Dabei entfaltet sich ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Œuvre. ♦ ♦ ♦ ♦ Max Reger: Complete Music for Clarinet and Piano Claudio Conti, Klarinette Roberta Bambace, Klavier Epoche: Spätromantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95258 EAN: 5028421952581 Passend zum Reger-Jahr: spannende Neueinspielung der Klarinettensonaten aus Italien 2016 jährt sich der Todestag Max Regers zum 100. Mal – ein guter Anlass, das Werk des immer noch unterschätzten Komponisten neu zu entdecken. Der italienische Klarinettist Claudio Conti hat mit der Pianistin Roberta Bambace Regers kleines, aber feines Œuvre für Klarinette und Klavier neu aufgenommen. Im Zentrum stehen hierbei die drei Klarinettensonaten in As-Dur und fis-Moll (op. 47, 1 & 2) und B-Dur (op. 107). Sie lehnen sich stark an das Brahms’sche Modell an und zeichnen sich durch lange Melodiebögen, einen intensiven Dialog zwischen den Instrumenten, chromatische Harmonien und einen komplexen kontrapunktischen Aufbau aus. ♦ ♦ ♦ ♦ Domenico Zipoli: Complete Keyboard Music Carlo Guandalino, Orgel Laura Farabollini, Cembalo Epoche: Barock | Werke für Tasteninstrumente Brilliant Classics Art.Nr. 95212 EAN: 5028421952123 2 CDs Jesuit, Missionar und Tastenvirtuose: Zipolis vollständiges Werk für Orgel und Cembalo Den Italiener Domenico Zipoli verschlug es als Missionar bis nach Südamerika, wo seine späten geistlichen Werke große Verbreitung fanden. Seine „Sonate d’Intavolatura“ für Orgel und Cembalo erschienen bereits 1716, noch in Italien. Mit ihnen stellte er sich in die Tradition Frescobaldis, Alessandro Scarlattis und Pasquinis. Die Sammlung bildet den Grundstock für die Gesamteinspielung seines Œuvres für Tasteninstrumente, die der Organist Carlo Guandalino und die Cembalistin Laura Farabollini nun vorlegen. Die beiden erweisen sich als ausgewiesene Experten für die erstaunlich einfühlsame und ausdrucksstarke Musik Zipolis. ♦ ♦ ♦ ♦ Devienne ∙ Donizetti ∙ Beethoven ∙ Morlacchi ∙ Torriani Bassoon Trios Massimo Data, Fagott Mario Carbotta, Flöte Piero Barbareschi, Klavier Epoche: Klassik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 94789 EAN: 5028421947891 2 CDs Klassische Kammermusik für Fagott aus Deutschland, Frankreich und Italien Das Fagott war Anfang des 19. Jahrhunderts so etwas wie der heimliche Favorit manch eines Komponisten. Sein sanglicher Ton machte es zum idealen Instrument für verspielte und eloquente Kammermusik. Der Fagottist Massimo Data hat gemeinsam mit Mario Carbotta und Piero Barbareschi vier Kammerwerke jener Epoche aus drei europäischen Ländern aufgenommen. Neben Beethovens frühem Trio für Fagott, Flöte und Klavier WoO 37 enthält das Album Donizettis Trio in F-Dur und ein „Duetto concertato“ über ein Motiv Verdis vom Duo Morlacchi/Torriani. Außerdem ist, als Weltersteinspielung, Deviennes Sonate in C-Dur für Flöte und Fagott zu hören. ♦ ♦ ♦ ♦ Various Composers Elizabethan Pavans Oleg Timofeyev, 10-chörige Laute Epoche: Renaissance | Lautenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95236 EAN: 5028421952369 Die feierliche Pavane im England des 16. Jahrhunderts Die Pavane ist ein langsamer, herrschaftlich anmutender Tanz spanisch-italienischen Ursprungs. Im England des 16. Jahrhunderts wurde sie durch Kompositionen von John Dowland, Peter Philips, John Daniel und anderen zum Lieblingstanz der Aristokratie. Der russisch-amerikanische Lautenist Oleg Timofeyev zeichnet auf „Elizabethan Pavans“ anhand 19 ausgewählter Werke die Entwicklung der Pavane von ihrem Aufkommen am Tudor-Hof Heinrich VIII. bis zur Blütezeit in der Ära Elisabeth I. exemplarisch nach. Timofeyevs Nachbau einer 10-chörigen Laute nach Hans Frei lässt die alten Tänze feierlich-authentisch erklingen. ♦ ♦ ♦ ♦ Piazzolla ∙ Brouwer ∙ Arcas ∙ Tárrega · Barrios ∙ Villa-Lobos ∙ Tortorelli Latin Latitudes Luciano Tortorelli, Gitarre Epoche: 20. Jahrhundert | Gitarrenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95285 EAN: 5028421952857 Wechselwirkungen in der Gitarrenmusik Italiens, Spaniens und Lateinamerikas Die Musik aus Italien, Spanien und Lateinamerika verbindet nicht nur der gemeinsame ‚romanische‘ Ursprung: Luciano Tortorelli hat auf „Latin Latitudes“ ein Programm mit Werken von Piazzolla, Brouwer, Arcas, Tárrega, Barrios und Villa-Lobos zusammengestellt, das die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Kulturkreisen verdeutlicht. Tortorelli, der 2016 eine Meisterklasse an der Juilliard School in New York abhalten wird, ist ein aufmerksamer Vermittler zwischen den „musikalischen Breitengraden“. Er verfügt über eine makellose Technik und ein intuitives Verständnis für die „lateinische“ Seele der zusammengestellten Musik. ♦ ♦ ♦ ♦ Brilliant Opera Collection Robert Schumann: Das Paradies und die Peri Op. 50 Magdaléna Hajóssyová · Marga Schiml · Eberhard Büchner · Hermann Christian Polster Rundfunkchor Leipzig · Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig, Wolf-Dieter Hauschild Epoche: Romantik | Oper Brilliant Classics Art.Nr. 95306 EAN: 5028421953069 2 CDs Schumanns erfolgreichste Oper in einer phänomenalen Spitzenaufnahme „Das Paradies und die Peri“ gehört zu den größten Erfolgen Robert Schumanns, geriet aber später zunehmend in Vergessenheit. Wolf-Dieter Hauschild erweckte das Meisterwerk 1981 mit einer phänomenalen Einspielung mit dem Rundfunkchor, dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig und einer Riege erstklassiger Sängerinnen und Sänger aus seinem Dornröschen-Schlaf. Die nun wiederveröffentlichte DDR-Spitzenproduktion verdeutlicht, dass das „weltliche Oratorium“ mit seinen inspirierten, durchgängigen Gesangslinien und der üppigen, hochromantischen Orchesterbegleitung zu den besten Werken Schumanns überhaupt gehört. ♦ ♦ ♦ ♦ Sebastián de Albero: Six Recercatas, Fugas and Sonatas Alejandro Casal Epoche: Barock | Cembalomusik Brilliant Classics Art.Nr. 95187 EAN: 5028421951874 2 CDs Erste Gehversuche des empfindsamen Stils aus Spanien Sebastián de Albero wurde nur 34 Jahre alt. Sein früher Tod und die unmittelbare Konkurrenz zu Scarlatti am Hofe Ferdinand VI in Madrid verhinderten wohl, dass das Werk des talentierten Komponisten die gebührende Beachtung fand. Von den lediglich zwei erhaltenen Manuskripten hat der spanische Cembalist Alejandro Casal nun eines vollständig aufgenommen, die sechs „Ricercari, Fugen und Sonaten“, die freie, kontrapunktische und virtuose Elemente kunstvoll miteinander verbinden. Casal bringt auf dem Nachbau eines imposanten, von Joachim José Antunes erbauten Instruments die affektgeladene Klangsprache Alberos zum Leuchten. ♦ ♦ ♦ ♦ Johann Sebastian Bach: Toccata & Fugue | Famous Organ Music Stefano Molardi Epoche: Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art. Nr. 95166 EAN: 5028421951669 2 CDs Highlights aus Molardis phänomenaler Gesamtaufnahme der Orgelwerke Bachs „Toccata & Fugue“ fasst die bekanntesten und wichtigsten Orgelkompositionen Johann Sebastian Bachs in den phänomenalen Aufnahmen Stefano Molardis zusammen, darunter die dorische Toccata und Fuge, die monumentale Passacaglia in c-Moll und natürlich die berühmte Toccata und Fuge in d-Moll. Kaum eine andere Gesamtaufnahme der Orgelwerke Bachs hat in den letzten Jahren mehr Beachtung gefunden als jene Molardis. Seine Präzision und Spielfreude, sein tiefes Verständnis für den Aufbau der Werke und die Auswahl der barocken Orgeln aus dem mitteldeutschen Stammland Bachs, heben seine Deutungen unter vielen anderen hervor. ♦ ♦ ♦ ♦ Ferdinand Ries: Cello Sonatas Gaetano Nasillo, Cello Alessandro Commelato, Fortepiano Epoche: Wiener Klassik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95206 EAN: 5028421952062 Vergessene Meisterwerke: Ferdinand Ries‘ Cellosonaten auf Originalinstrumenten Ferdinand Ries war Klavierschüler, Sekretär und zeitweise Wohnungsgenosse von Beethoven in Wien. Darüber hinaus war er auch ein produktiver Komponist, dessen breitgefächertes Œuvre – zumindest zu Lebzeiten – in ganz Europa großen Zuspruch fand. Der italienische Cellist Gaetano Nasillo und der Pianist Alessandro Commelato haben Ries’ drei Cellosonaten auf historischen Instrumenten aufgenommen. Sie erweisen sich als einfühlsame Interpreten der vergessenen Meisterwerke, die stilistisch Beethoven nahestehen, in ihrer melancholischen Grundstimmung aber schon auf Schubert und die aufkommende Romantik verweisen. ♦ ♦ ♦ ♦ Henri Sauguet: Complete Music for Guitar Alfonso Baschiera, Gitarre Federica Lotti, Flöte Nicola Boscaro, Cello Epoche: 20. Jahrhundert | Gitarrenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95168 EAN: 5028421951683 Ersteinspielung von Henri Sauguets hörenswertem Gesamtwerk für Gitarre Henri Sauguet war ein Zögling Koechlins und Saties und stand später der progressiven Groupe des Six um Milhaud und Poulenc nahe. Seine expressionistische Musik weist Einflüsse des Impressionismus und der Neuen Musik auf. Der auf Raritäten spezialisierte Italiener Alfonso Baschiera legt die erste Gesamteinspielung des Gitarrenwerks Sauguets vor. Sie umfasst sieben zarte, teilweise kryptische Werke, darunter die Weltersteinspielung der „Révérence à Johann Sebastian Bach“ und die „Six Pièces faciles“ für Gitarre, Flöte und Cello. Baschiera wird von der Flötistin Federica Lotti und dem Cellisten Nicola Boscaro unterstützt. ♦ ♦ ♦ ♦ Othmar Schoeck: Complete Violin Sonatas Maristella Patuzzi, Violine Mario Patuzzi, Klavier Epoche: 20. Jahrhundert | Kammermusik Brilliant Classics Art. Nr. 95292 EAN: 5028421952925 Schweizer Kammermusik zwischen Spätromantik und Neoklassizismus Othmar Schoeck gilt heute als wichtiger Schweizer Komponist des 20. Jahrhunderts. Sein umfangreiches Liedschaffen, aber auch seine Opern, Orchesterwerke und Kammermusik finden in letzter Zeit immer mehr Beachtung. Maristella und Mario Patuzzi (Tochter und Vater) haben sich Schoecks drei Violinsonaten mit viel Liebe zum Detail gewidmet. Sie decken vom verspielt-sorgenfreien Grundton der frühen Sonate in D-Dur WoO 22 bis zur neoklassizistisch-strengen Sonate in E-Dur Schoecks stilistische Bandbreite exemplarisch ab. Die Tessinerin Maristella Patuzzi erweist sich als sensible Interpretin mit geschmeidigem, sanglichen Spiel.

Crescendo

9. März

Der unheimliche Pianist - Lucas Debargue: Der unheimliche Pianist

Während andere jahrelang an ihrer Technik feilten, studierte Lucas Debargue lieber Literatur und saß an Supermarktkassen. Nur – er hat die anderen längst abgehängt.Als spätberufener Senkrechtstarter überraschte Lucas Debargue im vergangenen Sommer Jury und Publikum beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Mit seinem virtuosen, energiegeladenen Klavierspiel kam der unkonventionelle Franzose aus dem Stand auf den vierten Platz und erhielt den Preis der Musikkritiker. In den Feuilletons wird seither fleißig an einem neuen Mythos gestrickt. Denn Debargue begann erst mit elf Jahren zu spielen, rührte dann als Teenager jahrelang kein Instrument mehr an, studierte Literatur und verdiente sein Geld zeitweise als Kassierer im Supermarkt. Kein Wunderkind, dafür ein Autodidakt, dessen Genialität fast etwas Unheimliches anhaftet? Etliches von dem, was über ihn geschrieben wurde, verweist Debargue ins Reich der Fabel. „Ich habe keineswegs allein und nur nach Gehör zu musizieren angefangen“, erklärt der Pianist, inzwischen 25 Jahre alt, während er eindringlich durch seine Brille mit schwarzem Rand blickt. Seine erste Lehrerin in der nordfranzösischen Stadt Compiègne, Madame Meunier, half ihm dabei, seinen Weg als Künstler zu finden. Doch erst vier Jahre vor dem Tschaikowsky-Wettbewerb begann er, sich ernsthaft auf eine professionelle Karriere vorzubereiten. Seitdem wird er von der erfahrenen, russischen Klavierpädagogin Rena Shereshevskaya betreut. Im Grunde lasse sich Musik aber nicht lehren, davon ist Lucas Debargue überzeugt. Klavierspielen könne man sich nur selbst aneignen, allerdings nicht ohne ständigen geistigen Austausch mit anderen. Shereshevskaya machte ihn fit für Moskau, wo er unter anderem mit Ravels vertrackter Tondichtung Gaspard de la nuit, Beethovens Siebter Klaviersonate und Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 Beifall einheimste. Zu seinem Repertoire gehörte auch eine Sonate des selbst in seiner Heimat Russland selten gespielten Komponisten Nikolai Medtner. Schirmherr Valery Gergiev war derart überzeugt, dass er den Viertplatzierten entgegen aller Regeln beim Galakonzert der Preisträger auftreten ließ. Führt er seit dem Wettbewerb ein anderes Leben? Debargue, der jetzt viele Konzerte gibt und in Berlin bereits sein zweites Soloalbum aufgenommen hat, muss nicht lange nachdenken. „Rein äußerlich hat sich alles verändert, in meinem Inneren dagegen nicht. Die Suche nach Klarheit und das Bedürfnis weiterzukommen, all dies ist geblieben. Die vielen Menschen um mich herum zu ertragen, ist weitaus schwieriger, als sich auf die Musik zu konzentrieren. Aus der Musik schöpfe ich immer wieder neue Kraft.“ Mit entschlossener Stimme formuliert Debargue Erkenntnisse, die kaum je einen Moment des Zweifelns zulassen. Er strebe nach „clarté“, einer Klarheit des Ausdrucks, die ihm dabei helfe, sich in dieser Welt zu verorten, bekennt er. „Ich spüre das Bedürfnis, meine Erfahrung mit den Dingen in einem Minimum eindeutiger Worte zu konzentrieren. Das hilft mir bei der Suche nach einer klaren Form, in der ich als Interpret die Inhalte der Musik vermitteln kann.“ Manch einer hat sich gefragt, wie er so blitzartig in den Klavier-Olymp aufsteigen konnte. „Anfangs war ich erschrocken, als man mich fragte, wie ich das geschafft hatte“, gibt er zu. „Doch was spricht dagegen, dass es im Leben nicht auch mal rasch vorangehen kann? Letztlich kommt es doch auf die Legitimität des eigenen Tuns an.“ Auf seiner ersten, im April erscheinenden CD, die bei einem Recital im Pariser Salle Cortot aufgenommen wurde, präsentiert Debargue ein breit gefächertes Repertoire, von Sonaten des Barockkomponisten Domenico Scarlatti über Werke von Schubert, Chopin, Liszt, Grieg und Ravel bis hin zu eigenen Improvisationen. Für die Zukunft hat er sich unter anderem die Zweite Klaviersonate des Polen Szymanowski vorgenommen – „ein geniales Stück, aber auch ein Monstrum für einen Pianisten“. Jahre bevor er Klavierspielen lernte, entdeckte Debargue mit Mozart die klassische Musik. „Der Film „Amadeus“ hat mich absolut fasziniert. Später begann ich mich für Bach und dann vor allem für Rachmaninow, Prokofjew und Skrjabin zu interessieren.“ Unter den Franzosen sind die Romantiker Emmanuel ­Chabrier und Georges Bizet seine größten Favoriten. „Zwei Genies, die viel zu früh verstorben sind. Meiner Ansicht nach sind sie wichtiger als Ravel und Debussy.“ Der größte Komponist pianistischer Werke bleibt für ihn allerdings Chopin. „Er hat ein Universum für das Klavier geschaffen. Leider sind viele aktuelle Interpretationen viel zu beliebig. Jeder meint heute zu wissen, wie man ein Rubato spielen sollte. In Wirklichkeit kommt wenig dabei heraus. Lieber höre ich mir ältere Aufnahmen an, etwa Chopins Dritte Ballade, gespielt von Rachmaninow. Unglaublich!“ Als Klavier-Fetischist sieht sich Debargue aber nicht. „Eigentlich liegt mir gar nicht so viel an diesem Instrument. Es dient mir hauptsächlich dazu, Musik zu machen. Auch in Zeiten, in denen ich nicht spiele, ist mir die Musik immer nahe.“ Vor Auftritten habe er stets Lampenfieber, gibt er zu. „Die ersten fünf Minuten eines Konzerts sind besonders heikel. Man muss einen kühlen Kopf bewahren und sollte keine Experimente wagen. Wenn diese fünf Minuten überstanden sind, kann eigentlich nichts mehr passieren.“ Corina Kolbe Lucas Debargue: Scarlatti,Chopin,Liszt,Ravel Sony Classical (Sony Music)

Frédéric Chopin
(1810 – 1849)

Frédéric François Chopin (22. Februar oder 1. März 1810 - 17. Oktober 1849) war einer der einflussreichsten und populärsten Klavierkomponisten und Pianisten des 19. Jahrhunderts. Der Sohn eines Franzosen und einer Polin wuchs in Warschau auf, verbrachte sein Berufsleben größtenteils in Paris, und gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens.



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