Klassische Musik online - Aktuelles, Konzerte, Biographien, Musik & Videos im Netz.

Klassische Musik und Oper von Classissima

Frédéric Chopin

Montag 20. Februar 2017


Crescendo

16. Februar

Der Wert der Musik

Crescendo„Musik ist uns was wert“ schreibt die GEMA, und bestätigt damit etwas, das eigentlich jedem klar sein müsste: hinter jeder künstlerischen Leistung steckt harte Arbeit, und es ist ganz nett, wenn man dafür auch ein bisschen was bekommt. Das Thema „Auftragshonorar für eine musikalische Komposition“ ist ein sehr schwieriges, und ich verbringe viel Zeit damit, Kollegen Tipps dazu zu geben, da oft fast unmöglich zu beurteilen ist, wie viel man verlangen kann oder sollte. Es ist ein Minenfeld voller Missverständnisse, in dem sowohl fremde als auch eigene Ausbeutung existiert. Wie bei vielen künstlerischen Berufen gilt: je mehr man sich individuell ausdrücken kann, je mehr „Spaß“ man also vermeintlich hat, desto schlechter wird man bezahlt. Komponisten werden da behandelt wie auch Tänzer oder Sänger an Theatern, sie bekommen meistens wesentlich weniger für ihre tatsächliche Arbeitszeit als man annehmen würde, und sind zudem jederzeit kündbar. Allgemein herrscht die Idee, dass der Künstlerberuf ja ohnehin kein „gescheiter“ Beruf ist, und man dafür gefälligst auch darben muss. Wenn es Individuen gelingt, sich nicht schlecht sondern stattdessen recht gut durchzuschlagen, gar als Freiberufler ein gutes Auskommen zu haben, werden sie entweder misstrauisch beäugt oder von den Kollegen beneidet. Natürlich wäre es Blödsinn, wenn es verbeamtete Urheber gäbe, die auf Kommando und nach genauen Uhrzeiten schöpferisch tätig wären. Ohnehin ist die „Arbeitszeit“ bei einer Komposition nicht zu berechnen, da kreatives Arbeiten nicht 100% planbar ist, und einen meist den ganzen Tag beschäftigt, nicht nur wenn man Noten aufschreibt. Es ist aber eine traurige Tatsache, dass die durchschnittlichen Auftragshonorare für Komponisten in den letzten Jahren nicht nur stagniert sind, sondern auf ständigem Abwärtskurs sind. Trotz beständiger Inflation sind hier keinerlei Steigerungen zu beobachten, nach der Euro-Umrechnung wurde es auch nochmal weniger. Das Schlimme ist: Oft tragen die Komponisten selber dazu bei, das Preisdumping noch zu erhöhen. Am schlimmsten ist das bei Auftragshonoraren für Orchesterstücke und Opern. Da viele Komponisten der irrigen Meinung sind, dass man als Komponist zumindest einmal eine Oper geschrieben haben muss, auch wenn man vielleicht dafür gar kein besonderes Talent hat (was auch nicht im geringsten ein Makel ist, siehe Komponisten wie Chopin zum Beispiel), biedern sie sich geradezu an, diese für Schleuderpreise zu schreiben. Wie oft hatte ich schon Unterhaltungen mit Opernhäusern, bei denen bei den Honorarverhandlungen der Satz fiel „Wissen Sie, Ihr Kollege XY hat gerade eine Oper für uns geschrieben, dafür aber nur 7.500 EUR verlangt“. Da läuft einem ein Schauer über den Rücken, wenn man die tatsächliche Arbeitszeit für das Komponieren einer Oper mit dieser Summe in Bezug setzt. Jede kleine Dienstleistung wird (zu Recht) in diesem Land vergütet, Handwerker bekommen schon alleine für das Anschauen eines Wasserhahns Unsummen, warum machen wir uns als Komponisten so wahnsinnig klein? Was das Ganze noch schlimmer macht: meistens werden dann noch Stimmenherstellung, Klavierauszüge und Großes Recht mit so einer Summe mitabgegolten. Ein solcher Komponist beutet nicht nur sich selber aus, sondern ruiniert auch die Preise für die Kollegen die nach ihm kommen. Mir ist natürlich klar, dass man nicht als junger aufstrebender Komponist an einem kleineren Haus mit strengen Budgetvorgaben ein gigantisches Honorar verlangen kann, und natürlich spielt die eigene Lust auf ein Projekt eine große Rolle bei den Honorarverhandlungen. Aber man muss sich dann auch klar machen, dass es sich hier nur noch um ein „symbolisches“ Honorar handelt, wogegen jeder einzelne weitere Mitarbeiter an dem Theater bis hin zu den Pförtnern, Nachtwächtern und Putzkräften sehr wohl reelle Honorare erhält. Ich weiß, ein schwieriges Thema – man kann künstlerische Honorare nicht leicht nach Tarifvertrag regeln. Ein berühmter Architekt bekommt auch mehr als ein junger, unbekannter Architekt, das ist der Lauf der Dinge. Aber wenn es allzu obszön bei den Honorarverhandlungen wird, sollte man sich den – zugegebenermaßen zu dieser Zeit schon sehr berühmten – György Ligeti ins Gedächtnis rufen, der der Legende nach für sein Horntrio – ein 25-minütiges Werk für drei Spieler – die Auftragssumme von 100.000 DM erhielt, was heute mindestens ca. 200.000 EUR entsprechen würde. Ein solches Honorar wäre heute selbst für die berühmtesten und allererfolgreichsten Komponisten unseres Metiers unvorstellbar. Von Moritz Eggert

nmz - neue musikzeitung

8. Februar

15 Sonderpreise beim 43. Deutschen Musikwettbewerb

Leipzig - Insgesamt 15 Sonderpreise werden beim 43. Deutschen Musikwettbewerb verliehen, der vom 27. Februar bis 11. März erstmals in Leipzig stattfindet. Allein sechs Sonderpreise werden beim diesjährigen Wettbewerb erstmals ausgelobt, wie der Deutsche Musikrat als Veranstalter mitteilte. Darunter sind den Angaben zufolge der mit 2000 Euro dotierte Preis der Stadt Leipzig, ein Pianistenpreis der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft inklusive einer Einladung zu den Chopin-Tagen sowie der mit 1000 Euro dotierte Sonderpreis Komposition des Internationalen Kurt-Masur-Instituts. Weiterlesen




Crescendo

7. Februar

Inga Fiolia: „Mich begeistert das Wort, das Klang wird“ - Inga Fiolia

Die junge georgische Pianistin Inga Fiolia verbindet die geplante Klugheit mit der spontanen Interpretation. Die Musikerin, die in Tiflis und Moskau aufgewachsen ist, lebt seit zehn Jahren in Köln. Auf ihrem ersten Solo-Album widmet sie sich der Musik von Mikhail Glinka. crescendo: Frau Fiolia, erinnern Sie sich noch daran, als Sie das erste Mal die Tasten eines Klaviers berührt haben? Inga Fiolia: Seit ich denken kann, gehört das Instrument zu meinem Leben. Das Klavier war für mich immer etwas ganz Selbstverständliches. Ich kann mich daran erinnern, dass ein Musiker zu uns in den Kindergarten kam, um etwas vorzuspielen. Das war in Georgien, ich muss ungefähr drei Jahre alt gewesen sein und war völlig fasziniert davon, wie er mit Tönen Geschichten erzählen konnte. Mir war klar: Das will ich auch! Also habe ich erst einmal improvisiert. Ich wollte meinen kindlichen Gefühlen wahrscheinlich mit Klängen Ausdruck verleihen und habe wild herumfantasiert. Danach habe ich dann Klavierunterricht von meiner Großmutter bekommen. Am Anfang stand also die Improvisation; welche Rolle spielt sie heute noch für Sie? IF: Die Liebe zur Improvisation ist immer geblieben. Und ich glaube, diese Leidenschaft macht einen Musiker aus. Meine Lehrer haben diese Tugend auch stets gefördert. Ich habe in Moskau bei Prof. Alexey Nasedkin studiert, der der Neuhaus-Schule angehört. Da steht nicht die technische Perfektion im Vordergrund – sie wird vorausgesetzt. Viel wesentlicher ist der musikalische Ausdruck. Mit 16 Jahren kam ich dann nach Köln, um bei Vassily Lobanov zu studieren, der mit Swjatoslaw Richter gespielt hat, einem meiner großen Vorbilder. Lobanov ist auch Komponist und ein bewundernswerter Musiker, der mich sehr inspiriert hat. Letztlich geht es in der Improvisation und in der Interpretation immer darum, eine künstlerische Botschaft zu haben und etwas mit der Musik zu vermitteln. Wir dürfen nicht vergessen: Musik entsteht immer im Moment, in ihr verschmelzen das Geplante und das Intuitive. Alles andere langweilt mich, vor allen Dingen, wenn es nur um die Technik geht. Musiker sind schließlich keine Roboter. Mit welchen Überlegungen nehmen Sie ein Soloprogramm in Angriff? IF: Meistens überlege ich einfach, worauf ich Lust habe. Ich spiele so vieles gerne und will mich auch gar nicht auf ein bestimmtes Repertoire festlegen. Deshalb versuche ich in meinen Programmen, die Stile zu mischen, und spreche auch gern mit dem Publikum, um ihm etwas zu den Werken zu erzählen. Mich begeistert die Musik, die gerade vor mir steht: Bach genauso gerne wie Beethoven oder Chopin. Aber auch Werke von georgischen Komponisten wie Zinzadse, Gabunia, Kantscheli, Maschawariani oder Lagidze. Ich liebe es, neue Sachen zu entdecken. Eigentlich wollte ich damals an der Musikhochschule auch gerne noch eine Aufnahmeprüfung für Jazz-Klavier machen, schließlich ist mein Vater auch Jazz-Musiker. Dazu ist es aber leider nie gekommen. Sie haben auch ein Faible für Liedbegleitung. Was macht für Sie den Reiz aus? IF: Ich liebe Worte. Mittlerweile spreche ich sechs Sprachen. Georgisch ist meine Muttersprache, aber in Moskau bin ich zur Schule gegangen, deshalb ist mir Russisch ebenfalls vertraut. Ansonsten spreche ich Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Aber die Sprache, in der ich mich am liebsten ausdrücke, ist die Musik. In der Liedbegleitung verbinden sich letztlich die Sprache der Worte und die Sprache des Klangs zu einer oft doppeldeutigen Sprache. Da geht es dann um Klangfarben, darum, das gesungene Wort zu illustrieren oder in der Musik das Gegenteil dessen zu behaupten, was der Sänger singt – oder seine Innenwelten darzustellen. Nun erscheint Ihr erstes Album mit Musik von Mikhail Glinka. Warum haben Sie sich ausgerechnet für ihn entschieden? IF: Ich liebe russische Musik und habe mal im Glinka-Museum in Moskau gespielt. Außerdem waren mir seine Opern bekannt. Als ich mir irgendwann eine Aufnahme von seinen Klavier-Variationen anhören wollte, musste ich feststellen, dass es da nichts gab. Also habe ich beschlossen, sie einfach selber aufzunehmen. Es ist schon besonders aufregend, wenn es keine Aufnahmen von einem Werk gibt. Oft orientiert man sich ja unbewusst an dem, was existiert. Ich konnte nun etwas ganz Eigenes schaffen, Neuland betreten. Für mich war es spannend, in den Klavier-Variationen zu sehen, woher Glinka musikalisch kommt und was ihn beeinflusst hat. In dieser Musik sind viele Inspirationen versteckt, auch aus seinen Opern oder aus der Volksmusik. Glinkas Ton-Kosmos ist äußerst abwechslungsreich, und das fordert mich heraus und begeistert mich. Wenn ich einmal anfange, diese Musik zu spielen, kann ich nicht mehr aufhören, sie ist wie ein Rausch. Katherina Knees Termine: 11.02.2017: Köln, Steinway Haus 14.02.2017: Düsseldorf, Steinway Haus 17.02.2017: München, Steinway Haus 01.03.2017: Frankfurt, Steinway Haus 07.03.2017: Daun, Forum 04.04.2017: Herzberg Brandenburg, Schloss Grochwitz 12.05.2017: Zittau, Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis Glinka: Complete Piano Works Vol.1 Inga Fiolia (Grand Piano)



Crescendo

25. Januar

Inga Fiolia: „Mich begeistert das Wort, das Klang wird“ - Inga Fiolia

Die junge georgische Pianistin Inga Fiolia verbindet die geplante Klugheit mit der spontanen Interpretation. Die Musikerin, die in Tiflis und Moskau aufgewachsen ist, lebt seit zehn Jahren in Köln. Auf ihrem ersten Solo-Album widmet sie sich der Musik von Mikhail Glinka. crescendo: Frau Fiolia, erinnern Sie sich noch daran, als Sie das erste Mal die Tasten eines Klaviers berührt haben? Inga Fiolia: Seit ich denken kann, gehört das Instrument zu meinem Leben. Das Klavier war für mich immer etwas ganz Selbstverständliches. Ich kann mich daran erinnern, dass ein Musiker zu uns in den Kindergarten kam, um etwas vorzuspielen. Das war in Georgien, ich muss ungefähr drei Jahre alt gewesen sein und war völlig fasziniert davon, wie er mit Tönen Geschichten erzählen konnte. Mir war klar: Das will ich auch! Also habe ich erst einmal improvisiert. Ich wollte meinen kindlichen Gefühlen wahrscheinlich mit Klängen Ausdruck verleihen und habe wild herumfantasiert. Danach habe ich dann Klavierunterricht von meiner Großmutter bekommen. Am Anfang stand also die Improvisation; welche Rolle spielt sie heute noch für Sie? IF: Die Liebe zur Improvisation ist immer geblieben. Und ich glaube, diese Leidenschaft macht einen Musiker aus. Meine Lehrer haben diese Tugend auch stets gefördert. Ich habe in Moskau bei Prof. Alexey Nasedkin studiert, der der Neuhaus-Schule angehört. Da steht nicht die technische Perfektion im Vordergrund – sie wird vorausgesetzt. Viel wesentlicher ist der musikalische Ausdruck. Mit 16 Jahren kam ich dann nach Köln, um bei Vassily Lobanov zu studieren, der mit Swjatoslaw Richter gespielt hat, einem meiner großen Vorbilder. Lobanov ist auch Komponist und ein bewundernswerter Musiker, der mich sehr inspiriert hat. Letztlich geht es in der Improvisation und in der Interpretation immer darum, eine künstlerische Botschaft zu haben und etwas mit der Musik zu vermitteln. Wir dürfen nicht vergessen: Musik entsteht immer im Moment, in ihr verschmelzen das Geplante und das Intuitive. Alles andere langweilt mich, vor allen Dingen, wenn es nur um die Technik geht. Musiker sind schließlich keine Roboter. Mit welchen Überlegungen nehmen Sie ein Soloprogramm in Angriff? IF: Meistens überlege ich einfach, worauf ich Lust habe. Ich spiele so vieles gerne und will mich auch gar nicht auf ein bestimmtes Repertoire festlegen. Deshalb versuche ich in meinen Programmen, die Stile zu mischen, und spreche auch gern mit dem Publikum, um ihm etwas zu den Werken zu erzählen. Mich begeistert die Musik, die gerade vor mir steht: Bach genauso gerne wie Beethoven oder Chopin. Aber auch Werke von georgischen Komponisten wie Zinzadse, Gabunia, Kantscheli, Maschawariani oder Lagidze. Ich liebe es, neue Sachen zu entdecken. Eigentlich wollte ich damals an der Musikhochschule auch gerne noch eine Aufnahmeprüfung für Jazz-Klavier machen, schließlich ist mein Vater auch Jazz-Musiker. Dazu ist es aber leider nie gekommen. Sie haben auch ein Faible für Liedbegleitung. Was macht für Sie den Reiz aus? IF: Ich liebe Worte. Mittlerweile spreche ich sechs Sprachen. Georgisch ist meine Muttersprache, aber in Moskau bin ich zur Schule gegangen, deshalb ist mir Russisch ebenfalls vertraut. Ansonsten spreche ich Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Aber die Sprache, in der ich mich am liebsten ausdrücke, ist die Musik. In der Liedbegleitung verbinden sich letztlich die Sprache der Worte und die Sprache des Klangs zu einer oft doppeldeutigen Sprache. Da geht es dann um Klangfarben, darum, das gesungene Wort zu illustrieren oder in der Musik das Gegenteil dessen zu behaupten, was der Sänger singt – oder seine Innenwelten darzustellen. Nun erscheint Ihr erstes Album mit Musik von Mikhail Glinka. Warum haben Sie sich ausgerechnet für ihn entschieden? IF: Ich liebe russische Musik und habe mal im Glinka-Museum in Moskau gespielt. Außerdem waren mir seine Opern bekannt. Als ich mir irgendwann eine Aufnahme von seinen Klavier-Variationen anhören wollte, musste ich feststellen, dass es da nichts gab. Also habe ich beschlossen, sie einfach selber aufzunehmen. Es ist schon besonders aufregend, wenn es keine Aufnahmen von einem Werk gibt. Oft orientiert man sich ja unbewusst an dem, was existiert. Ich konnte nun etwas ganz Eigenes schaffen, Neuland betreten. Für mich war es spannend, in den Klavier-Variationen zu sehen, woher Glinka musikalisch kommt und was ihn beeinflusst hat. In dieser Musik sind viele Inspirationen versteckt, auch aus seinen Opern oder aus der Volksmusik. Glinkas Ton-Kosmos ist äußerst abwechslungsreich, und das fordert mich heraus und begeistert mich. Wenn ich einmal anfange, diese Musik zu spielen, kann ich nicht mehr aufhören, sie ist wie ein Rausch. Katherina Knees Termine: 11.02.2017: Köln, Steinway Haus 14.02.2017: Düsseldorf, Steinway Haus 17.02.2017: München, Steinway Haus 01.03.2017: Frankfurt, Steinway Haus 07.03.2017: Daun, Forum 04.04.2017: Herzberg Brandenburg, Schloss Grochwitz 12.05.2017: Zittau, Euroregionales Kulturzentrum St. Johannis Glinka: Complete Piano Works Vol.1 Inga Fiolia (Grand Piano)

Crescendo

25. Januar

Emil Gilels, der bescheidene Gigant - Emil Gilels

Drei Editionen zum 100. Geburtstag von Emil Gilels. Als Arthur Rubinstein den 15-jährigen Emil Gilels in Odessa zum erstenmal hörte, fand er sein Spiel schlicht unbeschreiblich. Dann fügte er hinzu: „Sollte er jemals nach Amerika kommen, dann kann ich einpacken.“ Schon in seinen Jugendjahren setzte sich der 1916 in Odessa geborene Gilels schnell an die Spitze der mit Top-Pianisten nur so gespickten russischen Klavierszene und wurde dann, nachdem er 1938 den renommierten Brüsseler „Reine Elisabeth“-Wettbewerb gewonnen hatte, zu einem Geheimtipp in ganz Europa. Weltruhm erlangte er erst in den 1950er-Jahren, als er als erster sowjetischer Pianist überhaupt zunächst Europa und dann bald auch die USA bereisen durfte,um dann jahrzehntelang die ganze Welt mit seiner schier unbeschreiblichen Perfektion zu begeistern. Bis heute gilt Emil Gilels, der Starallüren hasste, als einer der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Zum 100. Geburtstag Gilels’, der nur 58 Jahre alt wurde, veröffentlichte Sony jetzt zum ersten Mal alle seine in den USA für RCA und Columbia zwischen 1955 und 1979 produzierten LP-Alben in neuen 24bit-Transfers auf sieben CDs. Die sechs akustisch hochwertigen Studioproduktionen (davon fünf aus der legendären „Living-Stereo“-Edition der RCA) plus ein später digitaler Live-Mitschnitt des Tschaikowsky-Konzerts von 1979 zeigen zwar nur einen kleinen Ausschnitt aus seinem riesigem Repertoire, vermitteln aber doch einen nachhaltigen Eindruck von Gilels unerbittlicher Präzision, der energischen Klarheit und Reinheit seiner musikalischen Logik, der tiefen, unerschütterlichen Humanität seiner Botschaften und einer völlig unglamourösen „Objektivität“, die einen heute noch in sprachloses Erstaunen versetzt. Das Tschaikowsky-Konzert (1955) und das zweite Brahms-Konzert unter Fritz Reiner (1958), ebenso das erste Chopin-Konzert unter Ormandy (1965) sind bis heute unantastbarer „Kult“ und in Stein gemeißelte Monumente des Richtigen, die h-Moll-Sonate von Liszt, die zweite Schostakowitsch-Sonate sowie die beiden (von ihm selten gespielten) Schubert-Sonaten dagegen Dokumente einer radikalen, geradezu lakonischen Deutlichkeit, die kein „Wenn und Aber“ kennt, sondern sich rückhaltlos und völlig geradlinig dem Geist und der materiellen Kraft der Komposition verschreibt und so fast Gesetzeskraft verströmt. Warner feiert Gilels mit einer 9-CD-Box, die freilich schon 2010 erschien und ebenfalls wichtige Auslandsproduktionen des Jubilars für das britische EMI-Label aus den Jahren 1954 bis 1968 bündelt: Zu den Höhepunkten der Edition zählt auf alle Fälle der legendäre Zyklus der Beethoven-Konzerte, den Gilels mit dem ähnlich strengen und auf klare Prägnanz achtenden Dirigenten George Szell und dem Cleveland Orchestra im Mai 1968 in den USA einspielte und der zu herausragenden Meilensteinen der gesamten Beethoven-Diskografie zählt. Daneben gibt es aber auch einen zweiten kompletten Zyklus derselben Konzerte von früheren Gastspielen Gilels’ in Paris (Nr. 1–3) und London (Nr. 4–5) unter André Vandernoot, André Cluytens und Leopold Ludwig, die zwischen 1954 und 1957 entstanden und die noch mehr jugendliches Feuer verströmen. Referenzstatus beanspruchen auch die leidenschaftlich aufgeladenen, vor vulkanischer Energie berstenden Londoner Aufnahmen der drei Tschaikowsky-Konzerte mit dem 42 Jahre alten Lorin Maazel im Jahr 1972, während er in seinen Pariser Mono-Produktionen des dritten Rachmaninow- und des g-Moll-Konzerts von Saint-Saëns seine feine Anschlagskultur und seine lyrischen Qualitäten aufleuchten ließ. Eine späte, in Giesekingscher Schlichtheit ausgeführte Mozart-Sonate und eine dramatisch geballte Version der zweiten Chopin-Sonate unterstreichen seine intellektuelle Kompetenz. Wem das noch nicht reicht, wer den anderen, kaum bekannten „russischen“ Gilels erlebten möchte, dem empfehle ich die umfassende Würdigung seiner sowjetischen Aktivitäten auf insgesamt 50 CDs, die gerade beim russischen Staatslabel Melodiya erschienen ist. Die knallrote Luxusedition verzeichnet 40 Live-Mitschnitte von Konzerten und Rezitals aus den Jahren 1949 bis 1984 plus 10 CDs mit frühen Moskauer Studioaufnahmen Gilels’ von 1935 bis 1958, darunter auch Kammermusik mit illustren Mitspielern. Neben vielen großartigen Konzertdokumenten, die Gilels’ charismatisches Spiel noch viel suggestiver wiederaufleben lassen, sind vor allem seine späten Solo-Recitals nach 1976, als er sich mit großem Ernst Beethovens Sonatenkosmos zuwandte, von herausragender Bedeutung. Für Gilels-Fans ist diese wunderbare, mit zahlreichen CD-Premieren aufwartende Edition ohnehin ein „Muss“. Emil Gilels blieb zeitlebens eine unerreichte Autorität seines Instruments, er setzte Maßstäbe, die bis heute gelten. Attila Csampai Emil Gilels – The Complete RCA und Columbia Album Collection. (RCA) Emil Gilels – The 100th Anniversary Edition (Melodiya) Emil Gilels – Complete EMI Recordings (Warner)

Frédéric Chopin
(1810 – 1849)

Frédéric François Chopin (22. Februar oder 1. März 1810 - 17. Oktober 1849) war einer der einflussreichsten und populärsten Klavierkomponisten und Pianisten des 19. Jahrhunderts. Der Sohn eines Franzosen und einer Polin wuchs in Warschau auf, verbrachte sein Berufsleben größtenteils in Paris, und gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens.



[+] Weitere Nachrichten (Frédéric Chopin)
16. Feb
Crescendo
8. Feb
nmz - KIZ-Nachric...
8. Feb
nmz - neue musikz...
7. Feb
Crescendo
25. Jan
Crescendo
25. Jan
Crescendo
5. Jan
Google News DEUTS...
3. Jan
Google News DEUTS...
7. Dez
nmz - neue musikz...
7. Dez
nmz - KIZ-Nachric...
29. Nov
Crescendo
3. Nov
Google News DEUTS...
3. Nov
Google News DEUTS...
1. Nov
ouverture
3. Okt
ouverture
4. Sep
ouverture
1. Sep
Google News DEUTS...
22. Aug
Klassik am Mittag
10. Aug
musik heute
27. Mai
Crescendo

Frédéric Chopin




Chopin im Netz...



Frédéric Chopin »

Große Komponisten der klassischen Musik

Piano Prelude In Es-dur Nocturnes Mazurka Trauermarsch

Seit Januar 2009 erleichtert Classissima den Zugang zu klassischer Musik und erweitert deren Zuhörerkreis.
Mit innovativen Servicedienstleistungen begleitet Classissima Neulinge und Musikliebhaber im Internet.


Große Dirigenten, Große Künstler, Große Opernsänger
 
Große Komponisten der klassischen Musik
Bach
Beethoven
Brahms
Debussy
Dvorak
Handel
Mendelsohn
Mozart
Ravel
Schubert
Tschaikowski
Verdi
Vivaldi
Wagner
[...]


browsen Zehn Jahrhunderte der klassischen Musik...